Dortmund (SID) - Bundestrainer Joachim Löw hat für das Freundschaftsspiel gegen Italien in Dortmund fünf Spieler von Tabellenführer Borussia Dortmund nominiert. Im Interview betont der Coach, dass die Mitnahme der jungen BVB-Profis kein Geschenk an den Gastgeber sei. Vielmehr ist Löw von der Entwicklung von Sven Bender, Mats Hummels, Marcel Schmelzer oder Mario Götze beeindruckt. 

Frage: "Fünf Dortmunder stehen im aktuellen Aufgebot für das Länderspiel gegen Italien. Ist das ein Bonbon für die Gastgeber?"

Joachim Löw: "Das hat damit nichts zu tun. Dortmund spielt eine überragende Saison. In dieser Mannschaft können sich junge Spieler hervorragend entwickeln. Mats Hummels ist in den letzten Monaten noch stärker geworden, Mario Götze verfügt eine sehr gute Spielintelligenz, Kevin Großkreutz ist ein Führungsspieler im Team und Marcel Schmelzer ein Kandidat für die linke Außenposition, für die wir seit einigen Jahren eine dauerhafte Lösung suchen."

Frage: "Was hat Sie dazu bewogen, in Mittelfeldspieler Sven Bender noch einen Neuling aus den BVB-Reihen zu berufen?"

Löw: "Wir haben ihn schon im letzten halben Jahr sehr genau beobachtet und seine Entwicklung sehr interessiert verfolgt. Ich habe ihn in der Rückrunde zweimal selbst live gesehen, und da hat er mich enorm überzeugt, zuletzt in Wolfsburg. Er gewinnt unheimlich viele Zweikämpfe, ist sehr aggressiv und dabei aber fair. Er ist überragend in der Balleroberung. Deshalb ist es eine gute Gelegenheit, ihn mal im Training der Nationalmannschaft zu beobachten und vielleicht auch im Spiel."

Frage: "Was erwarten Sie vom Spiel gegen Italien?"

Löw: "Wir wollen uns für die anstehenden Spiele in der EM-Qualifikation einspielen. Ich hoffe, dass das erfolgreiche WM-Jahr 2010 jetzt endgültig abgehakt ist und wir uns auf unsere neuen und wichtigen Aufgaben konzentrieren können. Die Italiener verfügen nach wie vor über eine erfahrene und clevere Mannschaft, auch wenn sie bei der WM früh gescheitert sind. Ich freue mich auf das Duell zweier großer Fußball-Nationen."