Wolfsburg (SID) - Pierre Littbarski tritt in Wolfsburg bis zum Ende der Saison die Nachfolge des Engländers Steve McClaren an. Der Weltmeister von 1990 soll den VW-Klub möglichst wieder zurück an die oberen Tabellenregionen führen. Dafür fordert er mehr Leidenschaft von seinen Spielern und setzt auf mehr Disziplin in seinem Team. Ein Vorfall wie zuletzt bei Diego im Spiel gegen Hannover 96 soll es unter ihm nicht mehr geben. Im Gespräch erläutert Littbarski die Suspendierung des Brasilianers. 

Frage: "Herr Littbarski, sie steigen beim VfL Wolfsburg vom Co-Trainer zum Chefcoach auf. Was soll sich unter Ihnen ändern?"

Pierre Littbarski: "Die Spieler müssen mehr Zeit investieren. Als ich als Co-Trainer manchmal vom Trainingsplatz gegangen bin, habe ich die ersten Spieler schon im Auto wegfahren sehen. Das kann nicht sein. Wir brauchen wieder mehr Identifikation mit dem VfL und mehr Mitdenken. Ein Spieler wusste nicht einmal, wie viele Siege wir bislang haben."

Frage: "Als Symbol für eine fehlende Einstellung gilt bei vielen Fans ihr Spielmacher Diego, der sich zuletzt den Anweisungen des Trainerstabs widersetzt hatte. Verhängen Sie dafür eine Strafe?"

Littbarski: "Er wird am Samstag gegen den Hamburger SV nicht spielen. Ich habe ihn wegen der Vorkommnisse am vergangenen Wochenende für ein Spiel suspendiert. Danach ist für mich alles vergessen, dann kann er sich aufdrängen und zeigen, ob er uns helfen kann. Aber wir sind nicht der FC Diego."

Frage: "Wie hat Diego reagiert?"

Littbarski: "Er ist Fußballprofi, er ist mir bestimmt nicht um den Hals gefallen. Aber ich habe auch nicht darauf geachtet, ob er Verständnis für die Entscheidung hat."