Garmisch -

Als Lindsey Vonn mit der nur siebtbesten Zwischenzeit ins Ziel fuhr, atmete Maria Riesch erleichtert auf: Die Titelverteidigerin aus den USA konnte Riesch zum Auftakt der alpinen Ski-WM in Garmisch-Partenkirchen nicht von Platz drei verdrängen - und das gelang auch keiner anderen Starterin mehr: Mit Bronze, der ersehnten Medaille, ist Maria Riesch ein Traumstart in die Titelkämpfe gelungen.

"Mein Puls war höher als vorher, als ich selbst gefahren bin", sagte Maria Riesch über die aus ihrer Sicht entscheidenden Sekunden: "Die Lindsey ist so stark gewesen in dieser Saison im Super-G, ich hatte die Medaille fast schon abgehakt. Umso größer ist jetzt die Freude." Titelverteidigerin Vonn war in der Tat die Topfavoritin auf den Sieg auf der extrem eisigen "Kandahar" - doch den schnappte sich etwas überraschend Elisabeth Görgl aus Österreich.

Die Interpretin des WM-Songs fand in 1:23,82 Minuten die Ideallinie durch die Streckenabschnitte Waldeck, Ramwiesen, Höllentor, Hölle, FIS-Schneise und Tauberschuss. Nur Julia Mancuso kam ihr noch einmal bedrohlich nahe - doch mit 0,05 Sekunden Rückstand musste sich letztlich auch die Amerikanerin geschlagen geben. Maria Riesch war 0,21 Sekunden langsamer als Görgl.

"Superklasse Auftakt"

Alpindirektor Wolfgang Maier sprach von einem "superklasse Auftakt. Wenn man gleich am Anfang eine Medaille einfährt, ist das so viel wert wie Gold." Auch Cheftrainer Thomas Stauffer nannte den gelungenen Beginn "brutal wichtig", aber er betonte: "Eine Medaillenflut ist jetzt nicht zu erwarten. Wir sind relativ dünn aufgestellt." Riesch widersprach: "Dass es beim ersten Rennen gleich mit der Medaille geklappt hat, nimmt den großen Druck weg. Aber deswegen bin ich nicht weniger motiviert. Schaun mer mal, was noch geht."

Dass Maria Riesch doch noch einmal die Luft wegblieb, lag am Unfall ihrer Teamkollegin Gina Stechert. Die Oberstdorferin rutschte bei der Ausfahrt aus der FIS-Schneise in Zielnähe aus und krachte mit dem Rücken in den Fangzaun. Stechert blieb zunächst benommen liegen, Riesch schlug erschrocken die Hand vors Gesicht. Stechert stand bald wieder auf und fuhr ins Ziel ab, musste aber dann noch am Nachmittag wegen eines Mittelhandknochenbruchs am rechten Daumen operiert werden. Sie wird die WM voraussichtlich vorzeitig beenden müssen.