Hamburg (SID) - Nach gut acht Jahren ist die Ära von Klubchef Bernd Hoffmann beim Bundesligisten Hamburger SV beendet. Der Vorstandsvorsitzende einigte sich mit dem Aufsichtsrat der Hanseaten am Mittwoch auf eine vorzeitige Auflösung des noch bis zum 31. Dezember 2011 befristeten Vertrags. Neben Hoffmann verlässt auch dessen Vorstandskollegin Katja Kraus mit sofortiger Wirkung den Verein.

"Es war mir an jedem Tag eine Freude und Ehre, für diesen fantastischen Klub zu arbeiten. Auch an schwierigen Tagen. Ich bedauere sehr, dass aufgrund der Entwicklung der vergangenen Wochen eine Fortsetzung der erfolgreichen Entwicklung nicht möglich ist", sagte Hoffmann: "Ich bin sicher, wir hätten noch viel bewegen können. Ich wünsche dem HSV und allen HSVern alles Gute und werde Teil der HSV-Familie bleiben."

Als Nachfolger des Klubchefs fungiert nun auf Interimsbasis der Unternehmer Carl Edgar Jarchow. Der 55 Jahre alte FDP-Politiker gehörte dem Kontrollgremium des HSV von 2001 bis 2004 an und war im vergangenen Monat in die Hamburgische Bürgerschaft gewählt worden. Als Ersatz für Kraus bestellte der Aufsichtsrat für die kommenden zwei Jahre den Marketingexperten Joachim Hilke, der dem Vorstand des Klubs bereits von 1998 bis 2001 angehörte.

Hoffmann hatte die Führung des HSV am 1. Februar 2003 übernommen. Seit der Aufsichtsrat dem Vorstandsvorsitzenden vor rund eineinhalb Wochen eine Vertragsverlängerung verweigerte, war der 48-Jährige jedoch kaum mehr als ein Klubchef auf Abruf.

Unter Hoffmann hatte sich der Verein zum zweitumsatzstärksten Bundesligisten hinter Rekordmeister Bayern München entwickelt, der erste Titelgewinn seit 1987 gelang aber auch in der Amtszeit des ehemaligen Sportvermarkters nicht. Stattdessen wurden in Hoffmanns Ägide acht Trainer verschlissen. Am vergangenen Sonntag entließ der Klubchef als letzte große Amsthandlung Coach Armin Veh.

Bis zur Benennung einer Dauerlösung für den Posten des HSV-Chefs befindet sich der Verein nun weiter nahe an der Führungslosigkeit. Der neue Sportchef Frank Arnesen bekommt bis zu seinem Dienstantritt in Hamburg am 1. Juli keine Freigabe von seinem derzeitigen Arbeitgeber FC Chelsea. Bei Cheftrainer Michael Oenning ist der Verbleib über das Saisonende hinaus ungewiss.