Frankfurt/Main (SID) - DFB-Präsident Theo Zwanziger wird zum "Außenminister" des deutschen Fußballs: Wenn Zwanziger am Samstag nach Paris reist, hat er die Wahl ins Exekutivkomitee des Weltverbandes FIFA als Nachfolger von "Kaiser" Franz Beckenbauer bereits in der Tasche. Der 65 Jahre alte Jurist aus Altendiez ist der einzige europäische Kandidat für den Posten und kann damit zum feierlichen Abschluss des UEFA-Kongresses am Dienstag per Akklamation gewählt werden.

"Es ist sicher auch ein Ergebnis der WM 2006, dass der DFB in Europa und darüber hinaus sehr viel Anerkennung genießt. Wir als DFB wollen der FIFA etwas von dem zurückgeben, was sie uns mit der WM 2006 und der Frauen-WM 2011 geschenkt hat", sagte Zwanziger im Interview mit dem Sport-Informations-Dienst (SID). Der DFB-Boss reist bereits am Wochenende nach Paris, da am Sonntag und Montag Sitzungen der UEFA-Exekutive auf dem Programm stehen, der Zwanziger seit 2008 ebenfalls angehört.

Doch nicht nur Zwanziger, auch UEFA-Präsident Michel Platini stellt sich auf dem UEFA-Kongress ohne Gegenkandidaten zur Wiederwahl. Damit steht der zweiten Amtszeit des Franzosen nichts im Wege. Der Europameister von 1984 war im Jahr 2007 als Nachfolger des Schweden Lennart Johansson zum UEFA-Präsidenten gewählt worden.

"Platini war nicht nur ein großer Fußballer, er hat sich auch als UEFA-Boss hohe Anerkennung erarbeitet. Gerade beim schwierigen Thema Financial Fair Play ist sein Mut bewundernswert. Trotz unterschiedlicher Interessen und auch kritischer Stimmen aus England oder Spanien hat er das durchgesetzt. Unter einem UEFA-Präsidenten Platini fühlt sich der DFB sehr wohl", sagte Zwanziger.