Hamburg (SID) - Carl-Edgar Jarchow will nach seinem Dienstantritt als Interimsboss des Bundesligisten Hamburger SV das Gespräch mit Vereins-Ikone Uwe Seeler suchen. "Mir liegt viel daran, einen regelmäßigen Austausch mit Uwe Seeler zu haben. Er ist das Aushängeschild des HSV schlechthin", sagte der 55-Jährige dem Hamburger Abendblatt und kündigte an, auch mit anderen ehemaligen HSV-Stars wie Willi Schulz und Horst Hrubesch in Kontakt zu treten. Die Gründung eines Expertenteams zur Vergrößerung der sportlichen Kompetenz in der Klubführung schloss Jarchow aber aus.

Als langfristige Lösung für die Rolle des Vereinschefs will der Unternehmer, der am vergangenen Mittwoch die Nachfolge von Bernd Hoffmann angetreten hatte, nicht zur Verfügung stehen. "Basis unserer Gespräche war von Anfang an nur eine kommissarische Lösung, damit der Aufsichtsrat in Ruhe nach einer endgültigen Lösung suchen kann", sagte der FDP-Politiker: "Mein Vertrag ist nicht auf den 30. Juni befristet. Wann mein Nachfolger seinen Dienst anfängt, erwarte ich mit großer Gelassenheit."

In die Suche nach dem künfigen HSV-Chef ist Jarchow nach eigenen Angaben nicht eingebunden. Er konzentriere sich auf das operative Geschäft und wolle Ruhe in den Verein bringen. Um dies zu erreichen, sicherte Jarchow der sportlichen Leitung und der Mannschaft volle Unterstützung zu. So wolle er regelmäßig Gespräche mit Trainer Michael Oenning führen. Auch die Spieler könnten jederzeit zu ihm "ins Büro reinmarschieren".