Kuala Lumpur (SID) - Asiens Verbandschef Mohamed Bin-Hammam kandidiert für das Amt des FIFA-Präsidenten und fordert Joseph S. Blatter heraus. Der Katarer wird beim bevorstehenden FIFA-Wahlkongress (31. Mai/1. Juni) in Zürich in den Zweikampf mit dem Schweizer Amtsinhaber um den höchsten Posten im Weltfußball gehen. Dies gab der 61-Jährige am Freitag auf einer Pressekonferenz im Hauptquartier der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) in Kuala Lumpur bekannt.

"Angetrieben von meiner Liebe zum Fußball habe ich nach sorgfältiger Abwägung entschieden, zur Wahl im Juni 2011 anzutreten. Die Zeit ist reif, den Kampf um die Präsidentschaft aufzunehmen. Ich möchte den Menschen dienen und habe immer gesagt, dass Wettbewerb und Veränderung gut für jede Organisation sind", sagte Bin-Hammam.

Bin-Hammam hatte in den vergangenen Monaten bereits mehrfach eine Kandidatur gegen Blatter angedeutet. Zuvor hatte der Araber Ende August 2010 noch erklärt, entgegen aller Spekulationen den amtierenden FIFA-Chef nicht herauszufordern und vielmehr Blatter im Falle von dessen Kandidatur für eine vierte Amtszeit zu unterstützen.

Sein Schulterschluss mit Blatter ist allerdings offenkundig Vergangenheit. "Meine Chancen stehen 50-50", sagte Bin-Hammam. Blatter sei ein erfahrener Mann, der viel für den Weltfußball getan habe, aber es sei Zeit für ein neues Gesicht an der Spitze der FIFA. Bin-Hammam glaubt an die uneingeschränkte Unterstützung des asiatischen Fußballs und hofft auf die Rückendeckung anderer Konföderationen.

Im Falle einer erfolgreichen Kandidatur will Bin-Hammam für mehr Transparenz bei der FIFA und eine umfassendere Zusammenarbeit des Weltverbandes mit den Vereinen eintreten.

Blatter, der am 10. März seinen 75. Geburtstag gefeiert hat, zeigte sich gelassen. "Ich bin gerade 75 geworden, aber ich bin voller Energie und habe meine Entwicklungsarbeit im Fußball noch nicht beendet. Mein Wunsch ist eine Fortsetzung meiner Amtszeit um weitere vier Jahre", sagte Blatter bei einem Besuch in Malaysia. Er wisse einige asiatische Verbände hinter sich.

Blatter führt die FIFA seit 1998. Er war zuletzt besonders durch den Manipulationsskandal bei der Vergabe der WM-Endrunden 2018 an Russland und 2022 an Katar und die Mängel bei der anschließenden Aufklärungsarbeit in die Kritik geraten.