Lenzerheide (SID) -

Felix Neureuther sang lauthals die deutsche Nationalhymne mit, die in Lenzerheide für die Gesamtweltcup-Siegerin Maria Riesch gespielt wurde. Aus seinem Blick sprach Stolz. Über Klubkollegin Riesch, aber auch über die eigene Leistung. Mit Platz drei im letzten Slalom des Winters beschloss Neureuther eine für ihn schwere Saison versöhnlich.

"Ein dritter Platz sehr knapp hinter dem Ersten: damit kann ich zufrieden sein. Das ist ein schöner Saisonausklang", sagte der Partenkirchner nach der ersten Podestfahrt in seiner Spezialdisziplin in dieser Saison. Dennoch: Auch beim Finale in der Schweiz erinnerte sich Neureuther noch einmal an "seine" WM in Garmisch-Partenkirchen, wo er im Slalom ausgeschieden war. "Ich habe leider die Weltmeisterschaft verbockt. Der Stachel sitzt nach wie vor sehr tief."

Immerhin: Rieschs Coup tröstete Neureuther ein wenig. "Sie hat es sich so sehr verdient", kommentierte er den knappen Erfolg der Doppel-Olympiasiegerin, die in der Endabrechnung drei Punkte vor Lindsey Vonn (USA) lag. Sein eigener dritter Rang ließ ihn immerhin wieder ein bisschen lächeln. 0,25 Sekunden lag Neureuther im letzten Rennen des Winters hinter Olympiasieger Giuliano Razzoli (Italien), der Österreicher Mario Matt wurde Zweiter (0,03 Sekunden zurück).

Für Neureuther war es die zweite Podiumsplatzierung nach Rang zwei bei der Super-Kombination in Bansko Ende Februar. Im Vorjahr hatte er noch zwei Siege im Slalom errungen. Im Disziplin-Weltcup arbeitete sich Neureuther noch auf Platz acht vor, die kleine Kristallkugel gewann Gesamtweltcup-Gewinner Ivica Kostelic aus Kroatien - obwohl er als 18. keine Punkte mehr holte.

DSV-Alpindirektor Wolfgang Maier beschloss die Saison nach dem letzten Männer-Rennen mit gemischten Gefühlen. "Bei den Herren fehlt uns weiter der ganz große Wurf", sagte er - und das liegt auch an seinem besten Athleten. "Felix ist in dieser Saison deutlich hinter dem geblieben, was wir von ihm erwartet haben", merkte Maier an.

Immerhin: Mit Fritz Dopfer (Garmisch), dem Maier "große Fortschritte" bescheinigte, ist es dem Verband gelungen, Neureuther in den Torläufen einen zweiten guten Athleten an die Seite zu stellen. "Und auch einige der jüngeren Läufer und Stephan Keppler haben sich weiterentwickelt", sagte Maier. Deshalb wollte er "keine negative Bilanz ziehen".