Oslo (SID) - Vom Krankenbett aus musste Biathlon-Königin Magdalena Neuner mitansehen, wie ihre Krone die Besitzerin wechselt. Die zehnmalige Weltmeisterin verpasste wegen einer Erkältung das Verfolgungsrennen beim Weltcupfinale am Holmenkollen in Oslo und hat mit 914 Punkten keine Chance mehr, nach 2010 zum zweiten Mal in Folge den Gesamtweltcup zu gewinnen.

Andrea Henkel bescherte den DSV-Skijägerinnen im vorletzten Rennen des Winters als Dritte einen Podiumsplatz, liegt aber ebenfalls in der Gesamtwertung mit 929 Punkten deutlich hinter der Führenden Kaisa Mäkäräinen (979). Die Finnin machte beim Sieg von Olympiasiegerin Anastasija Kuzmina (Slowakei) vor Darja Domratschewa (Weißrussland) als Vierte einen entscheidenden Schritt Richtung große Kristallkugel.

Henkel freut sich über den Podiumsplatz

"Ich bin erstmal sehr froh, dass ich es wieder aufs Podium geschafft habe. Das hat ja eine Weile nicht geklappt. Da war es mir auch fast egal, ob ich Zweite oder Dritte werde", sagte Henkel, für die auch klar ist, wer den Gesamtweltcup gewinnt: "Die Kaisa macht es." Die finnische Verfolgungs-Weltmeisterin selbst war überglücklich: "Es tut mir leid für Lena, aber es macht es auch einfacher für mich", sagte Mäkäräinen.

Doppel-Olympiasiegerin Neuner hatte bereits beim ihrem Sprintsieg am Donnerstag über starken Husten geklagt und weitere Starts infrage gestellt. "Heute morgen ging gar nichts mehr", sagte Bundestrainer Uwe Müssiggang. Über Nacht hatte sich der Zustand Neuners deutlich verschlechtert. "Magdalena hat Probleme im Bereich der oberen Atemwege. Nach dem Sieg im Sprint hat sich ihr Zustand deutlich verschlechtert. Sie wird von einem Reizhusten geplagt", sagte Frauen-Trainer Gerald Hönig.

"Sie ist natürlich sehr enttäuscht, dass sie quasi kampflos den Gesamtweltcup abgeben muss. Aber es geht wirklich nicht", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem Sport-Informations-Dienst (SID). Auch am Sonntag (14.00 Uhr/ARD und Eurosport) im Massenstart kann sie wohl kaum antreten. "Die Chancen auf einen Start sind eher gering", sagte Schwarzbach.

Gössner macht viel boden gut