Köln (SID) - Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein hat drei Wochen nach Ablauf ihrer Dopingsperre ihre jüngsten Blutmesswerte veröffentlicht und sieht sich durch die Ergebnisse weiter entlastet. Die überwiegend privat durchgeführten Messungen haben laut Pechstein ergeben, dass ihre Retikulozytenwerte weiterhin Schwankungen unterliegen. Vor diesem Hintergrund erneute die Berlinerin ihre Drohung gegen den Eislauf-Weltverband ISU, der sie wegen ihrer überhöhten Werte für zwei Jahre gesperrt hatte.

Sie beharre darauf, schrieb Pechstein auf ihrer Internet-Seite (www.claudia-pechstein.de), "dass ich eben genau für diese Schwankungen eine Ausnahmegenehmigung der ISU erhalte, damit ich nie wieder ungerechtfertigt gesperrt werden kann." Sollte ihr der Weltverband "trotz der offenliegenden Ergebnisse und der klaren Diagnose der Hämatologen" eine solche Ausnahmegenehmigung verweigern, "werde ich erneut den Weg zum CAS anstreben, um sie mir dort gerichtlich zu erstreiten", schrieb Pechstein.

Die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) hatte für Pechstein bei der ISU eine entsprechende Genehmigung beantragt. Die ISU hat darauf bislang nicht reagiert. Sollte der Weltverband die Ausnahmegenehmigung erteilen, würde er seine eigene Argumentation im Dopingfall Pechstein ad absurdum führen und sich für einen von der Athletin angestrebten Schadenersatzprozess angreifbar machen.

Pechstein zitierte auf ihrer Website zudem den Labormediziner Lothar Thomas, der genau wie mittlerweile zahlreiche Wissenschaftler in einem Membrandefekt die Ursache für Pechsteins schwankende Blutwerte sieht: "Bei Normalpersonen spielen Gerät und Empfindlichkeitsschwelle (des Gerätes) keine Rolle, wohl aber bei membrangeschädigten Zellen. Hier ist nach eigenen Erfahrungen ein bis zu 30 Prozent fälschlich erhöhter Retikulozytenanteil zu erwarten."