Oslo (SID) - Die Kombinierer bleiben bei der nordischen Ski-WM in Oslo die Medaillenhamster im deutschen Team. Mit Silber durch Johannes Rydzek und Bronze von Eric Frenzel haben die Zweikämpfer dem Deutschen Skiverband (DSV) im dritten Wettbewerb am Holmenkollen bereits die Medaillen Nummer vier und fünf in der Königsdisziplin gesichert. Nach einem Sprung von der großen Schanze und dem 10-km-Langlauf mussten sich Junioren-Weltmeister Rydzek und Normalschanzen-Titelträger Frenzel nur Olympiasieger Jason Lamy Chappuis aus Frankreich geschlagen geben. Tino Edelmann landete auf Platz 15.

"Mit zwei Medaillen bin ich hochzufrieden. Ich bin von unseren Leistungen positiv überrascht", sagte Bundestrainer Hermann Weinbuch, der zum Ende der Saison seinen Posten räumen wird. Rydzek, der Frenzel im Zielsprint auf den dritten Rang verwiesen hatte, war "wahnsinnig froh und auch überrascht, dass so ein Rennen rauskam. Auf der Zielgeraden habe ich nur noch auf mich geschaut und war ganz schön am Limit. Ich habe alles gegeben - Silber, Wahnsinn!"

Kircheisen für den Teamwettbewerb geschont

Lamy Chappuis lag am Ende 6,7 Sekunden vor dem erst 19 Jahre alten Rydzek (Oberstdorf), der Frenzel (Oberwiesenthal) um 0,3 Sekunden distanzierte. Edelmann (Zella-Mehlis), auf der Normalschanze Vize-Weltmeister im Einzel und mit der Mannschaft, hatte mit 1:36,7 Minuten Rückstand diesmal keine Chance auf eine Top-Platzierung. Björn Kircheisen aus Johanngeorgenstadt wurde von Weinbuch nach Platz 24 im Springen für den abschließenden Teamwettbewerb am Freitag geschont, in dem das erste WM-Mannschaftsgold seit 1987 her soll.

Weinbuch lobte vor allem Frenzel, der gesundheitlich "leicht angeschlagen" ins Rennen gegangen war. "Das war eine Wahnsinnsleistung. Und er hat auch mehr Führungsarbeit gemacht. Johannes ist aber im Endspurt sehr stark", sagte der Coach. Frenzel selbst war nach seiner dritten Medaille einigermaßen verblüfft. "Also vor der WM hätte ich die Voraussage drei Medaillen nicht geglaubt. Dass das Rennen so aufgeht, ist natürlich top. Ich habe im Rennen gar nicht so viel von der Erkältung mitbekommen, fühlte mich fit", sagte er.

Rydzek legt den Grundsein im Sprung

Rydzek hatte nach seinem Sprung durch den Nebel am Holmenkollen auf 127 Meter vor dem Langlauf die beste Ausgangsposition. Als Fünfter lag er nur 36 Sekunden hinter dem führenden Havard Klemetsen (Norwegen). "Ich nehme eine Medaille ins Visier", verkündete er forsch. Frenzel folgte nach einem Satz auf 126,5 Meter als Sechster vier Sekunden hinter Rydzek.