Oslo (SID) -

Als Tim Tscharnke auf die Zielgerade einbog, hatte er noch alle Trümpfe in der Hand. Gold, Silber, Bronze - alles schien noch drin für die bei der WM in Oslo bislang noch medaillenlosen deutschen Langläufer. Doch wenige Sekunden später lag der Olympiazweite als Vierter geschlagen im Ziel, sein Partner Jens Filbrich kauerte schluchzend neben ihm: 0,4 Sekunden fehlten dem Duo beim Wimpernschlagfinale im klassichen Teamsprint zu Bronze.Stefanie Böhler und Nicole Fessel waren rund 25 Minuten zuvor als Siebte ebenfalls leer ausgegangen. Nach acht von zwölf Wettbewerben steht das Team von Bundestrainer Jochen Behle damit weiter mit leeren Händen da.

Filbrich: Für mich ist eine Welt zusammengebrochen

"Für mich ist beim Zieleinlauf eine Welt zusammengebrochen. Ich hatte uns schon auf dem Podest gesehen. Als ich Tim auf der Kuppe gesehen habe, direkt hinter dem Norweger, war ich sehr sicher, dass es reicht", sagte Filbrich. Das tat es nicht. Gold ging an die Kanadier Devon Kershaw und Alex Harvey, die die Norweger Petter Northug und Ola Vigen Hattestad auf Rang zwei verwiesen. Die Bronzemedaille schnappte Russland den beiden unglücklichen Deutschen weg.

"Einer muss der undankbare Vierte sein. Natürlich hätten wir lieber eine Medaille gehabt. Aber rückblickend auf die letzten beiden Monate können wir mit dem Rennverlauf sehr zufrieden sein", sagte Tscharnke in Anspielung auf die von Krankheiten geprägte Saison. Behle lobte seine beiden Läufer. "Sie haben alles richtig gemacht. Gratulation, wie sie das geschafft haben. Schade, dass die letzten Körnchen für eine Medaille nicht da waren", sagte er.

Sachenbacher-Stehle und Teichmann sparen Kräfte

Bei Olympia 2010 in Vancouver hatten die deutschen Teams noch Gold bei den Frauen und Männer-Silber gewonnen. Damals bildeten aber noch die diesmal für die Staffel geschonte Evi Sachenbacher-Stehle und die inzwischen abgetretene Claudia Nystad das Erfolgsduo. Tscharnke war in Kanada mit Axel Teichmann am Start, der ebenfalls Kräfte für die Staffel sparen sollte. Außerdem wurde am Holmenkollen in der klassischen Technik gelaufen, vor einem Jahr frei.