Hamburg (SID) - Der künftige Sportchef Frank Arnesen hat die Erwartungshaltung beim Fußball-Bundesligisten Hamburger SV schon vor seinem Dienstantritt am 1. Juli gedämpft. "Wir sollten nicht den Fehler machen und an Titel denken. Dafür ist die Bundesliga zu stark, sie ist die ausgeglichenste Liga in Europa", sagte der noch bis zum 30. Juni an den englischen Spitzenklub FC Chelsea gebundene Däne der Sport Bild: "Wir müssen erst einmal eine gute Strategie haben. Außerdem: Fußball ist nicht programmierbar."

Der HSV gewann seine bislang letzte Trophäe 1987. Damals holten die Hanseaten den DFB-Pokal. Um mit seinem künftigen Arbeitgeber an derart erfolgreiche Zeiten anzuknüpfen, will Arnesen in Hamburg auf Geschlossenheit, Kontinuität und eine gute Nachwuchsarbeit setzen.

"Wir müssen kreativ und intelligent sein, die besten Talente finden und bei uns weiterentwickeln. Unser Ziel sollte sein, pro Jahr zwei zwei Spieler in den Profikader einzubauen", meinte der 54-Jährige: "Das wäre fantastisch und spart Geld."

Neben Perspektivspielern sollen aber auch weiter gestandene Profis zum Zuge kommen. Diese brauche man für den Erfolg, erklärte Arnesen. Die finanziellen Möglichkeiten des Vereins dürften allerdings bei keiner Entscheidung überschritten werden. "Wir werden nur das Geld ausgeben, das vorhanden ist", meinte Arnesen: "Der Verein muss finanziell immer gesund bleiben."

Von den Unruhen, die die laufende Saison in Hamburg maßgeblich prägten, zeigte sich der neue Manager unbeeindruckt. "Ich bereue meine Entscheidung keine Sekunde. Im Gegenteil. Die Vorfreude ist sehr groß", sagte Arnesen und betonte, dass er derzeit noch nicht in das operative Geschäft der Hamburger eingebunden sei: "Ich habe den HSV im Hinterkopf. Aber ich treffe noch keine Entscheidungen."

Folgerichtig gab der Skandinavier auch keine Einschätzung zur künftigen Besetzung des Trainerpostens ab. Nach der Entlassung von Coach Armin Veh steht derzeit Michael Oenning in der Verantwortung. Unabhängig von Namen will Arnesen den HSV-Trainer aber künftig entscheidend unterstützen. "Er ist der Mann, der jeden Tag mit den Spielern arbeitet. Ich werde dafür sorgen, dass für ihn und die Mannschaft die Voraussetzungen gut sind", versprach der ehemalige Nationalspieler.