Wiesbaden (SID) - Qualmende Räder, kreischende Fans und eine Audi-Kampfansage an Titelverteidiger Mercedes: Teams und Piloten der Deutschen Tourenwagen-Meisterschaft (DTM) legten am Sonntag in Wiesbaden einen geglückten Boxenstopp ein und sorgten dabei in der hessischen Landeshauptstadt für viel Spektakel.

Bis auf "Sternfahrer" David Coulthard und Mercedes-Sportchef Norbert Haug waren bei traumhaftem Wetter alle Protagonisten vor Ort. 15 Piloten und zwei schnelle Amazonen begeisterten das Publikum. So nah wie vor der Kulisse des historischen Kurhauses in Wiesbaden kommen die Fans ihren DTM-Stars schließlich nur noch im Fahrerlager.

Audi-Motorsportchef Wolfgang Ullrich kann den Saisonstart am 1. Mai in Hockenheim kaum noch erwarten. "Nach dem Jahr 2010, in dem so alles schief lief, was schief laufen kann, sind wir hoch motiviert zu zeigen, dass wir mehr können", sagte Ullrich und richtete damit klare Worte aus Ingolstadt an den Stuttgarter Dauerrivalen.

In Gedanken sind aber viele bereits bei der Saison 2012. Den Grund nannte der Vorstand der DTM-Dachorganisation ITR. "Dann kommt der neue Hersteller BMW hinzu, und es gibt nur noch sechs statt neun Fahrer pro Team. Das bedeutet einen sehr harten Konkurrenzkampf und damit spannenden Motorsport für die Zuschauer", erklärte Hans Werner Aufrecht.

Doch das ist noch Zukunftsmusik. Wiesbaden war Gegenwart. Immer wieder wurden vor allem der ehemalige Formel-1-Pilot Ralf Schumacher (Kerpen/Mercedes) und die früheren DTM-Champions Gary Paffett (Großbritannien/Mercedes), Mattias Ekström (Schweden/Audi) und Timo Scheider (Braubach/Audi) von den geduldigen Zuschauern aufgefordert, Autogramme zu schreiben.

"Es ist immer wieder schön zu sehen, wie groß die Begeisterung bei den Fans ist. Die Präsentation ist auch für uns eine schöne Abwechslung vom Alltag", sagte "Schumi II", der in seiner vierten DTM-Saison erneut in einer aktuellen C-Klasse an den Start geht und nach eigener Aussage bereit ist "für den nächsten Schritt". Nach seiner "Pole" 2010 am Norisring peilt der Kerpener zunächst einmal seinen ersten Podestplatz in der DTM an.

Auch die Neuzugänge Rahel Frey (Schweiz), Filipe Albuquerque (Portugal) und Edoardo Mortara (Italien) bei Audi sowie Christian Vietoris (Gönnersdorf) und Renger van der Zande (Niederlande) bei Mercedes waren bei den mehr als 100.000 Zuschauern gefragt.