München (SID) - Ehrenpräsident Franz Beckenbauer hat nach der Entlassung von Trainer Louis van Gaal beim deutschen Fußball-Meister Bayern München nicht nur den Coach, sondern auch die Klubführung kritisiert. "Die Trennung von Louis van Gaal war nun nicht mehr zu vermeiden. Damit ist leider der Versuch gescheitert, einen Trainer noch zu behalten, wenn sein Abschied zum Saisonende feststeht", schrieb der "Kaiser" in seiner Bild-Kolummne (Montagsausgabe): "Es kann mal gut gehen, wie die Verantwortlichen des FC Bayern gehofft hatten. Doch meistens funktionieren halbe Sachen nicht. Wenn man zu dem Entschluss kommt, sich zu trennen, sollte man es sofort vollziehen."

Die Spieler hätten laut Beckenbauer "nicht mehr richtig auf einen Trainer gehört, der ohnehin in ein paar Wochen weg ist. So schien es mir auch zuletzt bei Bayern zu sein. Mir fehlte der Zug in der Mannschaft. Deshalb war die Entscheidung gerechtfertigt."

Persönlich finde er das Ende der Ära van Gaal schade, so Beckenbauer. Der Niederländer habe "viel Bewegung in den Verein gebracht", junge Spieler wie Thomas Müller und Holger Badstuber "groß gemacht". Van Gaal sei "sehr selbstbewusst. Manchmal etwas zu selbstbewusst", schrieb Beckenbauer.

"Offenbar hat es ihm an Kommunikationsfähigkeit gemangelt. Der Torwart-Wechsel war nicht van Gaals einziger Fehler. Auch in der Einkaufspolitik - oder besser: Nicht-Einkaufspolitik - agierte er unglücklich", meinte Beckenbauer und ergänzte: "Der FC Bayern muss nun eine verkorkste Saison retten. Ich mag gar nicht daran denken, wenn wir das Minimalziel Champions League verpassen."