Gelsenkirchen (SID) - Schalke-Boss Clemens Tönnies wird alle Register ziehen, um Fußball-Nationaltorwart Manuel Neuer doch beim Vizemeister zu halten. "Er gehört nach Schalke, da spreche ich jedem Fan aus dem Herzen. Wir werden alles dafür tun, ihn zu halten. Ich habe kürzlich mit ihm darüber gesprochen und gesagt: Manu, deine Mission auf Schalke ist noch nicht beendet, du kannst hier noch viel erreichen", sagte der S04-Aufsichtsratsvorsitzende dem Regionalsender NRW.TV. Der 25-jährige Neuer, Kapitän von Schalke 04, wird vom Ligakonkurrenten und Rekordchampion Bayern München umworben.

Von Bayern-Präsident Uli Hoeneß habe er noch kein Signal erhalten, dass der FC Bayern mit dem Nationalkeeper eine Vereinbarung über einen Wechsel habe. "Wenn Uli von einer Absprache weiß, dann soll er sie auf den Tisch legen. Wir sind ja gut befreundet, daher gehe ich davon aus, dass er mir die Wahrheit sagt."

Seine eigene Mission in Gelsenkirchen sieht der Fleischfabrikant aus Rheda, der Schalkes Aufsichtsrat seit 17 Jahren angehört und auch Geschäftspartner von Hoeneß ist, ebenfalls noch nicht am Ende: "Ich habe da ein Problem. Wenn es gut läuft, will ich nicht weg. Wenn es schlecht läuft, kann ich nicht weg."

Tönnies nahm auch nochmals zur Machtrolle von Ex-Trainer-Manager Felix Magath, der von den Königsblauen im vergangenen Monat von seinen Aufgaben entbunden wurde, Stellung. Vor dem Champions-League-Viertelfinal-Rückspiel gegen Inter Mailand unterstrich Tönnies, es werde beim "neuen" Schalke keine Ämterhäufung wie bei Magath mehr geben. Mit Horst Heldt und Ralf Rangnick ("beide haben große sportliche und soziale Kompetenz") sei der Klub hervorragend besetzt.

Das Publikum dürfe sich - unabhängig vom weiteren Abschneiden in den Pokalwettbewerben - für die neue Saison auf attraktiven, erfolgreichen Fußball freuen. In Sachen Finanzen sieht der oberste Schalker im Schuldenabbau die wichtigste Aufgabe: "Und ich denke, wir kommen damit durch. Wir tilgen in Riesenschritten."

Schalke will künftig die Ziele mit bisher unbekannter Gelassenheit und neuer Harmonie erreichen. Tönnies: "Wir haben hier eine Polarisierung erlebt, die dem Verein nicht gut tut. Ich warne davor, die Meisterschaft über alles zu stellen. Zusammenhalt ist wichtiger!"

Titel seien toll, "aber nicht um jeden Preis. Wir müssen die Bürde der Meisterschaft ablegen, ohne sie aus den Augen zu verlieren. Natürlich würde ich gerne die Schale küssen. Wir werden auch Meister, doch wir gehen das ohne Druck an". In Magaths Amtszeit (Juli 2009 bis März 2011) war ein Titelgewinn bis 2013 mit den Königsblauen das erklärte Ziel.