Bonn (SID) - Fecht-Europameisterin Imke Duplitzer hat nach harscher Kritik an ihrem bisherigen Vereinsvorstand das Präsidentenamt beim OFC Bonn übernommen. In einer Kampfabstimmung setzte sich die 35-Jährige am späten Mittwochabend gegen den bisherigen Amtsinhaber Dirk Müller mit 83:73 Stimmen durch.

Hintergrund ist ein interner Richtungsstreit über die Zukunft des Traditionsvereins, der gleichzeitig tragender Klub des Bundesstützpunktes Bonn ist. Dort trainieren unter anderem Florett-Olympiasieger Benjamin Kleibrink, der viermalige Weltmeister Peter Joppich sowie neben Duplitzer auch Degen-Olympiasiegerin Britta Heidemann.

"Ich möchte den Leistungssport in Bonn im Rahmen des Strukturprogramms des Deutschen Fechter-Bundes übergreifend fördern und dabei den Breitensport nicht vernachlässigen", sagte Duplitzer der Bonner Rundschau. Die Olympiazweite von 2004 mit der Mannschaft hatte dem Vorstand eine Vernachlässigung der Waffen Degen und Säbel zugunsten des Florettbereichs vorgeworfen. So würden alle öffentlichen Gelder in den Florettbereich fließen. Für Degen und Säbel gebe es keine Trainerstelle, die mit öffentlichen Geldern gefördert werde.

Der Deutsche Fechter-Bund (DFeB) macht vor allem eine mögliche Spaltung des Vereins Sorgen. "Eine Spaltung ist nie wünschenswert. Es ist die letzte Ausweichmöglichkeit, wenn man sich nicht wiederfindet", sagte Sportdirektor Manfred Kaspar dem Sport-Informations-Dienst (SID). Man werde sich mit dem neuen Vorstand in aller Ruhe zusammensetzen und als Verband Wünsche äußern. "Es besteht kein Grund zur Panik. Das hat erst einmal keine Auswirkungen", sagte Kaspar: "Wir als Verband tun gut daran, unsere Nase dort nicht hineinzustecken."