Gelsenkirchen (SID) - Verständnis für Manuel Neuer und keine Gedanken mehr an Felix Magath: Schalke-Boss Clemens Tönnies kann den Abschiedswunsch von Fußball-Nationaltorwart Neuer, der den Traditionsklub aus dem Revier nach 20 Jahren verlassen wird, nachvollziehen. "Ich verstehe, dass Manuel dauerhaft Champions League spielen will, aber er bleibt im Herzen immer ein Schalker - und wird bei uns immer willkommen sein", sagte Tönnies in einem Bild-Interview.

Dabei ließ Tönnies anklingen, dass der um Neuer buhlende Rekordmeister Bayern München sich im Ablösepoker auf harte Bandagen wird einstellen müssen: "Ich wundere mich schon darüber, wie hartnäckig Uli Hoeneß die Fußballwelt Glauben machen will, wir seien in Zugzwang. Wenn man Neuer haben will, muss man ein entsprechendes Angebot machen."

Derzeit beschäftigt sich aber auch Schalke zunächst einmal mit dem Halbfinale in der Champions League gegen Manchester United. Selbst eine mögliche vorzeitige Vertragsverlängerung mit Publikumsliebling und Weltstar Raúl sei zurzeit kein Thema. Tönnies: "Raúl hat sich bei uns klasse eingelebt und in unsere Herzen gespielt. Wir werden rechtzeitig mit ihm über unsere und seine Pläne sprechen, aber jetzt gilt die ganze Konzentration den Spielen gegen Manchester."

An die Umstände der Entlassung von Trainer-Manager Felix Magath vor sechs Wochen möchte Tönnies keine Gedanken mehr verschwenden ("Seitdem richten wir den Blick nach vorne und haben wieder ein tolles Klima im Klub!), ebenso wenig wie daran, den Ex-Coach zu einem möglichen Finale um Europas Krone im Wembley-Stadion einzuladen: "Die Frage können Sie mir gerne wieder stellen, wenn uns dieser Coup tatsächlich gelungen ist."