Dortmund (SID) - Borussia Dortmund ist am Ziel seiner Träume angekommen und feiert die siebte deutsche Meisterschaft der Klubgeschichte. Die Westfalen machten den Coup mit einem 2:0 (2:0)-Sieg über den 1. FC Nürnberg perfekt und profitierten von der 0:2-Niederlage des Verfolgers Bayer Leverkusen im im rheinischen Derby beim 1. FC Köln. Nach dem 32. Spieltag führt die Mannschaft von Trainer Jürgen Klopp die Tabelle nunmehr uneinholbar mit acht an. Dagegen erlitten die Franken mit ihren Europa-League-Ambitionen einen herben Rückschlag.

Torjäger Lucas Barrios mit seinem 14. Saisontreffer (32.) und Robert Lewandowski mit Tor Nummer acht (43.) sorgten schon vor der Halbzeit vor 80.720 Zuschauern im zum zwölften Mal in der laufenden Saison ausverkauften Dortmunder Arena für die Entscheidung.

Der Rest war Party: "jetzt ist Dortmund im Ausnahmezustand. Wer am drittletzten Spieltag uneinholbar oben steht, hat es auch verdient. Das ist in der Nähe eines Märchens", sagte BVB-Präsident und Liga-Boss Reinhard Rauball.

Und während Klopp vor der gigantischen Südtribüne die ersten Bierduschen verpasst bekam, rang die übrige Klub-Führung um Fassung. "Das ist einer der schönsten Tage. Darauf haben wir sehr lange gewartet", sagte Manager und Ex-Profi Michael Zorc: "Ich freue mich vor allem für die Jungs und das Trainerteam." Geschäftsführer Hans-Joachim Watzke konnte "das alles noch gar nicht richtig begreifen" und kämpfte gegen Feudentränen an: "Das ist ein ganz wunderbares Gefühl, und ich glaube, dass der Klub das verdient hat. Wir haben uns zwei Jahre lang weiterentwickelt, aber in diesem Jahr haben wir noch einen unglaublichen Schub bekommen."

Die Borussen hatten die Begegnung, von ihren Fans frenetisch und lautstark angefeuert, hochmotiviert begonnen und versuchten von Beginn an, Druck aufzubauen. Beim BVB hatten rechtzeitig vor dem Anpfiff Torjäger Barrios und Nationalspieler Kevin Großkreutz grünes Licht für ihren Einsatz gegeben. Aufseiten der Nürnberger saß Ilkay Gündogan, der in aussichtsreichen Verhandlungen für einen Wechsel am Saisonende zum BVB steht, zunächst nur auf der Bank.

Doch schon in den ersten Minuten zeigte sich, dass die Franken nicht gewillt waren, sich nur auf ihre Defensive und Konter zu verlassen. Nürnberg, von rund 7000 Fans begleitet, suchte den offenen Schlagabtausch. Folglich boten sich den Westfalen die Räume für ihren Tempofußball. Für den ersten Warnschuss sorgte Großkreutz, als er in der 12. Minute FCN-Keeper Raphael Schäfer mit einem wuchtigen Schuss aus 22 Meter prüfte.

Zwei Minuten später verfehlte auf der Gegenseite Nürnbergs Kapitän Andreas Wolf nach einem Abpraller aus der BVB-Abwehr das Tor. Den Gästen gelang es kaum, sich gegen die beste Defensive der Liga Chancen herauszuspielen, die wenigen gefährlichen Szenen entstammten Standardsituationen.