Bratislava (SID) - Rekordweltmeister Russland ist zwei Tage nach der historischen Pleite gegen die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft bei der WM nur knapp an einem Debakel vorbeigeschrammt. Im zweiten Vorrundenspiel in Bratislava quälte sich die Sbornaja zu einem 6:4 (1:0, 1:1, 4:3) gegen Aufsteiger Slowenien. Bei einer Niederlage hätte die Abstiegsrunde gedroht.

Erneut überzeugte das Team um NHL-Star Ilja Kowaltschuk nicht. Anders als beim 0:2 gegen die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) am Freitag machten es sich die Russen diesmal mit übertriebener Härte und vielen Strafzeiten selbst schwer. Selbst nach einem Doppelschlag von Dimitri Kulikow und Jewgeni Artjuchin innerhalb von 38 Sekunden (47.) verspielte der 25-malige WM-Champion noch einen 4:2-Vorsprung. Erst in den Schlussminuten sicherten Alexander Radulow (57.) und Sergej Sinowjew (60.) den Sieg.

Überschattet wurde das erste WM-Wochenende vom brutalen Foul am tschechischen NHL-Profi Radek Martinek. Nach einem Check gegen den Kopf verlor der Verteidiger der New York Islanders beim 4:2 des Weltmeisters gegen Lettland auf dem Eis das Bewusstsein. Der Teamarzt befürchtete zunächst eine Halswirbelverletzung.

Am Sonntag gab es Entwarnung: "Er hat eine schwere Gehirnerschütterung, aber keine anderen Verletzungen", sagte Beat Villiger, der Chef der medizinischen Kommission des Weltverbandes IIHF. Die WM ist für den 34-Jährigen beendet. Der Lette Artus Kulda, der Martinek gegen die Bande gecheckt und dabei am Kopf getroffen hatte, wurde für drei Spiele gesperrt.

Eishockey-Geschichte hatte am Samstag Norwegen geschrieben. Im 13. Anlauf gelang der erste WM-Sieg gegen den übermächtigen Nachbarn Schweden. "Das ist das Größte", meinte Kapitän Ole-Kristian Tollefsen nach dem 5:4 nach Penaltyschießen gegen den achtmaligen Weltmeister. Lediglich ein Unentschieden hatten die Norweger zuvor gegen die Tre Kronor erreicht.

Mathis Olimb, der den zweiten Penalty verwandelte, sagte: "Es war einer dieser Tage, an denen alles reingeht." Dreimal hatten die Schweden mit ihren neun NHL-Profis geführt, jedes Mal kämpften sich die Wikinger zurück. Fünf Minuten vor Schluss erzwang Anders Bastiansen die Verlängerung.

Ein übles Foul gab es auch am Sonntag, als der russische Verteidiger Alexej Jemelin den Slowenen Ziga Jeglic an die Bande checkte. Blutüberströmt verschwand der Stürmer in der Kabine - immerhin auf den eigenen Beinen. Jemelin durfte gleich mit, er erhielt eine Spieldauer-Disziplinarstrafe.