Rom (SID) - Zockenden Fußballern droht in Italien künftig eine zweijährige Sperre. Der italienische Fußball-Verband FIGC will wegen des Wettskandals die Strafen deutlich verschärfen. Profis, die Wetten auf Fußballspiele abschließen, sollen für zwei Jahre gesperrt und mit einer Geldstrafe in Höhe von 25.000 Euro belegt werden. Spieler, die von illegalen Wetten erfahren, sie aber nicht anzeigen, müssen mit einer dreimonatigen Sperre und mit 15.000 Euro Strafe rechnen. Sportbetrug wird weiterhin mit einer dreijährigen Sperre bestraft, neu soll eine Geldstrafe von 50.000 Euro sein.

Die Staatsanwaltschaft Cremona setzte am Freitag ihre Ermittlungen fort. Sie überprüft die Verwicklung von sechs Erstligisten in den Skandal: AS Rom, AC Florenz, US Lecce, US Cagliari, FC Bologna, Chievo Verona und AS Bari. Auch die Aufsteiger AC Siena und Atalanta Bergamo sind ins Zwielicht geraten. Am Donnerstagabend demonstrierten in Bergamo rund 4000 Atalanta-Fans. Damit drückten sie ihre Solidarität mit dem Verein und Kapitän Cristiano Doni aus, gegen den ermittelt wird.

Am Freitag wurde in Cremona der ehemalige Torhüter des Drittligisten Cremonese, Marco Paoloni, vernommen. Der hoch verschuldete Keeper soll im vergangenen November vor dem Spiel gegen Paganese Schlafmittel in Getränke seiner Teamkollegen geschüttet haben. Daraufhin hatten sich mehrere Spieler unwohl gefühlt, ein Kicker hatte sogar einen Unfall verursacht.

Inzwischen macht auch die Regierung Berlusconi gegen den Wettbetrug im italienischen Fußball mobil. Innenminister Roberto Maroni traf am Freitag mit der Spitze des FIGC und des Olympischen Komitees CONI zusammen, um eine Untersuchungskommission einzusetzen, die die möglichen Verstrickungen zwischen Mafia und Fußball aufdecken soll. Die Task Force soll Fälle aufspüren, in denen das organisierte Verbrechen Fußballspiele manipuliert hat, um mit illegalen Wetten Gewinne zu machen. Maroni will zudem seinen europäischen Amtskollegen in Brüssel die Gründung eines europaweiten Netzwerks vorschlagen, das gegen illegale Wetten im Sport vorgehen soll.