Montréal (SID) - Der Automobil-Weltverband FIA hat am Freitag von Formel-1-Promoter Bernie Ecclestone eine offizielle Bestätigung für die endgültige Absage des Bahrain-Rennens gefordert. "Angesichts der Mitteilung der des Bahrain International Cicuit warten wir nun darauf, dass der kommerzielle Rechteinhaber (die Holding-Gesellschaft CVC vertreten durch Ecclestone, Anm. d. Red.) dem World Motor Sport Council einen neuen Kalender vorschlägt", sagte ein FIA-Sprecher. Dieser wohl nur noch formale Akt würde dann so aussehen, dass der Große Preis von Indien wieder auf seinen ursprünglichen Termin am 30. Oktober zurückkehrt anstatt erst im Dezember ausgetragen zu werden.

Am Freitagmorgen hatten die Streckenbetreiber in Bahrain selbst auf die Neuansetzung des im März wegen der blutigen Unruhen in dem Golfstaat abgesagten Rennens verzichtet. Das World Council der FIA hatte erst am Freitag voriger Woche das Rennen wieder in den Kalender aufgenommen und Indien verschoben. Die Teamvereinigung FOTA hatte sich allerdings dagegen entschieden gewehrt. Ecclestone hatte bereits angekündigt, eine neue Abstimmung im World Council sei per Fax schnell zu organisieren.

Die Teamchefs Christian Horner vom Red-Bull-Rennstall von Weltmeister Sebastian Vettel und Eric Boullier von Renault haben das Possenspiel um die Rückkehr von Bahrain heftig kritisiert. "Das ist eine unglückliche Situation. So wie die Dinge behandelt worden sind, mit der Unsicherheit, hätte das anders geregelt werden können", sagte Horner. Boullier, der auch Vize-Präsident der FOTA ist, wurde noch deutlicher. "Die Formel 1 ist ein nicht-politischer Sport. Aber wir können nicht machen, was wir wollen, denn es gibt auch Dinge wie diese. Wir müssen ein bisschen vorsichtiger sein", sagte der Franzose.

Ganz ruhig waren dagegen die Organisatoren in Indien geblieben. "Wir hatten immer unter der Voraussetzung gearbeitet, dass das Rennen im Oktober stattfindet, denn wir hatten nie irgendeine Mittelung von der FIA über eine Verschiebung in den Oktober erhalten. Also ändert sich nichts", sagte Vicky Chandhok, Präsident des indischen Motorsportverbandes und Vater des früheren Formel-1-Piloten und heutigen Lotus-Testfahrers Karun Chandhok. Die Strecke werde rechtzeitig fertig sein, erklärte er.