Zürich (SID) - Spitzenfunktionär Mohamed Bin Hammam droht im Falle einer Verurteilung durch die Ethikkommission des Weltverbandes FIFA mit dem Gang vor den Internationalen Sportgerichtshof CAS. "Die Vorwürfe und Beweise gegen mich sind schwach und ohne jegliche Substanz. Die Vorwürfe sind vor keinem Gericht der Welt zu halten. Aber ich bin mir sicher, dass am Ende die Gerechtigkeit siegen wird, wenn es einen fairen Prozess vor dem CAS oder einem anderen ordentlichen Gericht gibt", schrieb Bin Hammam am Freitag vor Beginn der Anhörung in Zürich auf seiner Homepage.

Allerdings tauchte der 62-Jährige am Freitag nicht persönlich in Zürich auf. Nach Informationen der französischen Nachrichtenagentur AFP wird Bin Hammam auch der Urteilsverkündung am Samstag fernbleiben und seine Verteidigung alleine den Anwälten überlassen.

Bin Hammam fürchtet, dass das Urteil der FIFA-Ethikkommission bereits vor der offiziellen Verkündung feststeht. "Die FIFA hat ihre Entscheidungen bereits vor Wochen gefällt. Nach dem, was vonseiten der FIFA seit meiner Suspendierung alles zu vernehmen war, scheint es für sie nun unmöglich zu sein, ihre Fehler einzugestehen. Deshalb rechne ich fest mit einer Verurteilung", sagte Bin Hammam, dem eine lebenslange Sperre seitens der FIFA droht.

Der gescheiterte Herausforderer des FIFA-Präsidenten Joseph S. Blatter steht vor der Verhandlung enorm unter Druck, auch wegen seiner Rolle bei der dubiosen Vergabe der Fußball-Weltmeisterschaft 2022 an Katar. Die Anschuldigungen gegen den ehemaligen Präsidenten der Asiatischen Fußball-Konföderation (AFC) wurden in den vergangenen Wochen immer konkreter. Bin Hammam soll gemeinsam mit dem mittlerweile zurückgetretenen Jack Warner aus Trinidad und Tobago bei einem Treffen der Karibischen Fußball-Union (CFU) im Mai Stimmen für seine Kandidatur gekauft haben. Geldgeschenke in Höhe von jeweils rund 40.000 US-Dollar sollen an die Delegierten verteilt worden sein.

Sowohl Bin Hammam als auch Warner bestreiten die Vorwürfe, wurden aber dennoch am 29. Mai von der Ethikkommission suspendiert. Der ehemalige FIFA-Vizepräsident Warner ist bereits von allen Ämtern zurückgetreten und hat sich so einer Strafe durch die FIFA entzogen. Die Entscheidung im Fall Bin Hammam fällt am Samstag.