Rom (SID) - Im Prozess gegen 18 italienische Fußball-Klubs wegen ihrer mutmaßlichen Verwicklung in den Wett- und Manipulationsskandal drohen dem Serie-A-Aufsteiger Atalanta Bergamo und anderen Vereinen harte Strafen. Der Chefankläger des Fußballverbands FIGC, Stefano Palazzi, forderte für den lombardischen Verein einen Abzug von sieben Punkten für die kommende Saison.

Palazzi verlangte zudem eine dreieinhalbjährige Berufssperre für Atalanta-Kapitän Cristiano Doni und drei Jahre für seinen Teamkollegen Thomas Manfredini. Beide werden beschuldigt, hohe Geldsummen kassiert zu haben, um Spiele zu manipulieren.

"Donis Position ist besonders kritisch", hieß es in Ermittlerkreisen. Doni bestreitet jedoch jegliche Beteiligung an unlauteren Aktionen. Eine besonders strenge Strafe soll nach Chefankläger Palazzi auch der ehemalige Nationalspieler Giuseppe Signori bekommen, der als Drahtzieher des Skandals gilt. Der 43-Jährige soll vom Fußball lebenslang ausgeschlossen werden.

Die Polizei hatte bei Signori eine Anleitung für die Abwicklung von Wetten gefunden. Der Ex-Kapitän von Lazio Rom und Vizeweltmeister von 1994 war Anfang Juni festgenommen worden und hatte zwei Wochen lang unter Hausarrest verbracht. "Mein Verteidigungsdossier ist keineswegs berücksichtigt worden", klagte Signori. Mit einem Urteil des Verbandsgericht wird bis zum 18. August gerechnet.