Berlin (SID) - Wladimir und Witali Klitschko haben sich in ihren TV-Vertrag mit dem Fernsehsender RTL offenbar eine Rücktrittsoption einbauen lassen. Sollten die Weltmeister die Lust aufs Weitermachen verlieren, könnten sie jederzeit aus der fünf weitere Kämpfe umfassenden Vereinbarung mit dem Sender aussteigen. Das berichtet die Bild-Zeitung.

Der Kontrakt beinhaltet ein weiteres interessantes Detail. Wenn einer der Klitschkos die Handschuhe an den Nagel hängen will, dürfte der Bruder einspringen. Das heißt: Sollte sich etwa der bald 40 Jahre alte Witali nach seinem Kampf am 10. September in Breslau gegen den Polen Thomasz Adamek aufs sportliche Altenteil zurückziehen wollen, könnte der vier Jahre jüngere Wladimir die letzten vier Fights bestreiten.

Zwei der fünf Kämpfe wird das Brüderpaar noch in diesem Jahr austragen. Neben Witalis Fight in Polen, für den schon 30.000 Tickets verkauft sind, steigt Wladimir in der Zeit von Oktober bis Dezember in den Ring. Der Gegner ist noch unbekannt. Gehandelt werden die Engländer Dereck Chisora und Tyson Fury. Für WBC-Champion Witali ist offenbar noch ein Kampf gegen David Haye vorgesehen. Angeblich soll das Klitschko-Management schon Kontakt zu Haye aufgenommen haben.

Pro Kampf sollen die Brüder zwischen 3,0 und 3,5 Millionen Euro vom Kölner TV-Sender erhalten. Die Summe richtet sich nach dem Stellenwert des jeweiligen Gegners und dessen aktuellem Marktwert. David Haye hat seine Rolle als "Bösewicht" bestens gespielt und dürfte ein begehrter Kontrahent bleiben, auch wenn seine boxerische Klasse der Qualität seiner Verbalattacken ein wenig hinterhinkt. Auf der anderen Seite hat der 30-jährige Brite bereits seinen Rücktritt in Aussicht gestellt.

Haye verlor am Samstag in Hamburg einstimmig nach Punkten gegen Wladimir, der seitdem Champion der Verbände IBF, WBO und WBA ist. Da Witali die WBC-Krone trägt, ist erstmals in der Historie des Schwergewichtsboxens eine Familie in Besitz aller vier wichtigen Titel.