Silverstone (England) (SID) - Vertreter aller Formel-1-Teams beraten am Sonntagvormittag nochmals über die aktuellen Regeländerungen in der Königsklasse und wollen versuchen, den in Silverstone aufgekommenen Streit über unterschiedliche Einstufungen der Motoren beizulegen. Für 10.30 Uhr Ortszeit (11.30 Uhr MESZ) ist vor dem britischen Grand Prix ein weiteres Treffen der Arbeitsgruppe Technik angesetzt worden. "Ich hoffe, dass das Problem gelöst wird. Aber das Thema ist so komplex, dass es schwer wird, einen einfachen Weg zu finden. Aber ich hoffe, dass die Teams Einigkeit finden werden", sagte Mercedes-Teamchef Ross Brawn am Samstagnachmittag.

Entbrannt war der Streit um die Einstufung der unterschiedlichen Motoren vor allem von Renault und Mercedes nach dem Verbot, durch Auspuffabgase eines automatischen Zwischengases gezielt den durch den Diffusor im Heck produzierten Abtrieb zu verbessern. Diese Regel sollte ab Silverstone greifen.

Am Freitagmorgen hatte der Automobil-Weltverband FIA für die Renault-Motoren unter anderem des Red-Bull-Teams von Weltmeister Sebastian Vettel Zugeständnisse gemacht, diese aber am Samstagmorgen nach Intervention der Konkurrenz um McLaren-Mercedes wieder zurückgenommen. Red-Bull-Teamchef Christian Horner hatte das nach einem Meeting am Samstagmittag für das aktuelle Rennwochenende unter der Voraussetzung akzeptiert, dass bis Sonntag eine verbindliche Regelung für den Rest der Saison gefunden wird.

Eine solche müsste von den Teams einstimmig verschiedet werden, wie die FIA am Samstagnachmittag mitteilte. Der Verband gab bekannt, dass man damit einverstanden wäre, auf den Stand des letzten Rennens vor Silverstone zurückzugehen, wenn die Teams dies einhellig wünschten. In Valencia war in einem ersten Schritt nur das kurzfristige Umprogrammieren der Motorelektronik zwischen Qualifying und Rennen verboten worden. Einen solchen Kompromiss deutete auch McLaren-Teamchef Martin Whitmarsh an. Brawn war allerdings noch skeptisch. "Wenn wir dahin zurückgehen, werden möglicherweise wieder einige Teams nicht glücklich sein", sagte er.