Dieser Schritt und eine Pressemitteilung von Renault können als Schuldeingeständnis in der Affäre um den Unfall beim Großen Preis von Singapur 2008 gewertet werden.

"Das Renault F1 Team bestreitet die Anschuldigungen der FIA nicht", hieß es in der Erklärung. Der ehemalige Renault-Pilot Nelson Piquet Jr. wirft Briatore und Symonds vor, ihn 2008 in Singapur zu einem Unfall gedrängt zu haben, um eine für das Team vorteilhafte Safety-Car-Phase zu provozieren. Erst am Dienstag war Piquets Stellungnahme an den Automobil-Weltverband FIA publik geworden.

Flavio Briatore hatte sich lange gegen Piquets Vorwürfe gewehrt. Erst in der vergangenen Woche sprach er von "falsche Anschuldigungen" und stellte Strafanzeige gegen seinen ehemaligen Fahrer und dessen Vater. Am Mittwoch kostete der Skandal dann Briatore selbst den Job. Die italienische Gazzetta dello Sport hatte bereits am Morgen spekuliert, dass er sich in dieser Affäre selbst zum Sündenbock machen wolle, um Schaden von seinem Team abzuwenden.

Renault muss am kommenden Montag zu einer der Anhörung beim Motorsport-Weltrat. Im schlimmsten Fall droht dem Rennstall wegen des "Singapur-Skandals" der Ausschluss aus der Formel 1. Sowohl die Gazzetta als auch die spanische Zeitung AS spekulierten aber bereits, dass das Team ohne Briatore straffrei aus der Affäre herauskommen könnte. Laut AS soll der Renault-Konzern der FIA sogar von sich aus angeboten haben, Briatore abzulösen. Das Formel-1-Team erklärte, sich bis zu der Anhörung zu diesem Thema nicht mehr äußern zu wollen. Auch von Briatore und Symonds gab es am Mittwoch keine Stellungnahmen. Als mögliche neue Teamchefs werden bereits Alain Prost und Frederic Vasseur gehandelt.

Briatore hatte den Rennstall 1989 noch unter dem Namen Benetton übernommen. 1994 und 1995 gewann Michael Schumacher unter ihm den WM-Titel, 2005 und 2006 Fernando Alonso. Briatore galt Zeit seines Engagements in der Formel 1 als Entdecker großer Talente. Der 59 Jahre alte Italiener geriet durch Beziehungen mit Models wie Heidi Klum oder Naomi Campbell aber immer wieder in die Schlagzeilen der Klatschpresse. Er betreibt eine Diskothek auf Sardinien und ist Miteigentümer des englischen Fußballklubs Queens Park Rangers.

Durch die Vorwürfe von Nelson Piquet Jr. geriet Briatore in den vergangenen Tagen immer mehr ins Zwielicht. Bei einem Treffen in Briatores Büro habe Chefingenieur Symonds ihm 2008 in Singapur den Plan erklärt, mit einem inszenierten Unfall eine Safety-Car-Phase auszulösen, schrieb der Fahrer in einer Stellungnahme an die FIA.
Piquets Teamkollege Alonso profitierte von dieser Aktion und gewann das Rennen. Er habe sich damals von Briatore und Symonds unter Druck gesetzt gefühlt, schrieb Piquet weiter.