Die Bewährungsstrafe für Renault beträgt zwei Jahre. Teamchef Flavio Briatore trifft es härter: Er wurde vom Internationalen Automobilverband Fia nach einer Anhörung in Paris für "unbegrenzte Zeit" aus allen Rennserien ausgeschlossen. Er darf auch nicht mehr als Manager für Formel-1-Fahrer tätig sein. Die Verbandsrichter sahen es als erwiesen an, dass Briatore und Chefingenieur Pat Symonds beim Singapur-Rennen 2008 den damaligen Renault-Piloten Nelson Piquet Jr. dazu anstifteten, einen Unfall zu verursachen. Die so erzwungene Safety-Car-Phase ermöglichte Alonso den Sieg. Der 28-jährige Fahrer bestritt bislang, von dem Komplott gewusst zu haben. Symonds wurde für fünf Jahre gesperrt.

Piquet hatte sich der Fia nach seiner Entlassung im Juli als Kronzeuge zur Verfügung gestellt und kam daher straffrei davon. Auch Alonso blieb ungeschoren, da er nach Ansicht des Motorsport-Weltrats nichts von dem Komplott wusste. Symonds, der wie Briatore in der vergangenen Woche das Renault-Team verlassen musste, wurde für fünf Jahre gesperrt.

Renault hatte in der Vorwoche mit der Entlassung von Briatore und Symonds praktisch seine Schuld eingestanden. Bei der Verhandlung wollte sich der französische Autobauer nicht gegen die Betrugsvorwürfe verteidigen. So war die Anhörung bereits nach 90 Minuten beendet. Renault akzeptierte die Entscheidung des Weltrats umgehend. "Wir entschuldigen uns vorbehaltlos bei der Formel-1-Welt für dieses unzumutbare Verhalten. Wir hoffen aufrichtig, dass wir diese Sache hinter uns lassen und uns konstruktiv auf die Zukunft konzentrieren können", teilte der französische Autobauer mit.

Formel-1-Chef Bernie Ecclestone hatte zuvor die schnelle Reaktion des Renault-Teams gelobt: "Sie haben schnell gehandelt und sich von den Schuldigen getrennt. Das müssen wir berücksichtigen. Wir müssen Augenmaß beweisen." Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dessen Rennstall Renault-Motoren bezieht, warnte vor einer Verbannung des Rivalen. "Es wäre für die Formel 1 ein Desaster, ein Team zu verlieren, und in unserem Fall einen Motorenlieferanten. Ich bin sicher, die Fia wird verantwortungsbewusst handeln."