ZEIT ONLINE: Herr Beck, wann haben Sie Ihr erstes Autogramm geschrieben?

Andreas Beck: Als ich 13 oder 14 Jahre alt war. Wir haben mit der C-Jugend des VfB Stuttgart Hallenturniere gespielt. Aber ich glaube, damals wollten die Jugendlichen einfach nur deshalb ein Autogramm, weil ich Spieler des VfB Stuttgart war. Ich als Person wurde erst später, als ich für die U-18-Nationalmannschaft spielte, wahrgenommen.

ZEIT ONLINE: Wie viele Autogramme schreiben Sie heute pro Tag?

Beck: Wenn ich zum Training mit der Nationalelf oder auf das Gelände in Hoffenheim komme und bevor ich wieder fahre, schreibe ich ein paar Autogramme. Alle anderen Anfragen, die per Post oder E-Mail kommen, sammele ich. Einmal im Monat setze ich mich dann hin und beantworte alle Anfragen. Meine Eltern, mein Bruder und meine Freundin helfen mir regelmäßig dabei. Ich denke, das ist Teil meines Berufs.

ZEIT ONLINE: Sie sind für viele Fußballfans ein Idol. Fühlen Sie sich eigentlich auch so?

Beck: Ich bin mir der Verantwortung bewusst und weiß, was es heißt, in der Öffentlichkeit zu stehen und beispielsweise für andere Menschen Autogramme zu schreiben.

ZEIT ONLINE: Kann die Verantwortung eines Vorbildes auch zur Last werden?

Beck: Natürlich, die Kameras, das Publikum schauen fast immer zu. Aber jeder, der weiterkommen will, muss sich dessen bewusst sein. Dazu kommen die eigenen Ansprüche. Jeder macht sich doch Gedanken darüber, welche Rolle er in der Gesellschaft spielt. Ich versuche, Druck immer in positive Energie umzusetzen.

ZEIT ONLINE: Wie machen Sie das? Wer hilft Ihnen dabei?

Beck: Man braucht definitiv ein gutes Umfeld. Mir ist es wichtig, meine Familie, besonders meinen Bruder als Ratgeber zu haben. Ich bin ja auch kein Superstar, jeder Mensch hat Ecken und Kanten.

ZEIT ONLINE: Können Sie es nachvollziehen, dass sich da Menschen bei Ihnen melden, die sie nur aus dem Fernseher kennen, aber ein Autogramm haben möchten?

Beck: Ja, klar, ich habe das doch früher genauso gemacht. Als ich acht oder neun Jahre alt war, gab es direkt bei uns vor der Haustür im Winter immer ein großes Hallenturnier. Dort spielten die Jugendteams von Ajax Amsterdam und anderen großen europäischen Klubs. Ich bin mit meinen Kumpels umhergerannt und habe Autogramme gesammelt. Später bin ich mit meinen Eltern auch nach Karlsruhe und Stuttgart gefahren, um mir das Training der Profis anzuschauen.

ZEIT ONLINE: Wer ist heute Ihr Vorbild?

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Beck: Ich schaue gerne auf den Lebenslauf von Leuten, die Ihren Weg erfolgreich gegangen sind. Ich frage mich: Warum hat der das geschafft? Und: Was kann ich daraus lernen? Als ich jünger war, habe ich zum Beispiel auch zu Ausnahmespielern wie Diego Maradona oder Zinédine Zidane aufgeschaut.

ZEIT ONLINE: Und Heute?

Beck:Michael Ballack ist ein Spieler, von dem man auf und neben dem Platz etwas lernen kann. Ich schau auch gerne Lionel Messi oder Cristiano Ronaldo zu.

ZEIT ONLINE: Von wem hätten Sie gerne ein Autogramm?

Beck: Wenn ich von Jay-Z eine Platte mit persönlicher Widmung bekommen könnte, wäre das etwas Besonderes für mich.

Die Fragen stellte Steffen Dobbert.