Nach zehn Pflichtspielen ohne Erfolg durften die in der Bundesliga auf einen Relegationsplatz zurückgefallenen Schwaben vor allem dank Sebastian Rudy jubeln. Der 19-Jährige brachte die Gäste im Ibrox-Park in der 16. Minute in Führung. Nach der Pause bereitete er das 2:0 durch eine Flanke vor. Zdravko Kuzmanovic erzielte in der 59. Minute das Tor.

"Das lag nicht allein an mir. Das war eine klasse Mannschaftsleistung. Jeder hat für jeden gekämpft", sagte Rudy. Der Sportdirektor des VfB, Jochen Schneider sagte nach dem ersten Auswärtssieg in der Champions League seit sechs Jahren: " Die Freude ist groß, dass wir auf jeden Fall im Europapokal überwintern."

Markus Babbel hatte seine Mannschaft erstaunlich offensiv ausgerichtet. Den zuletzt formschwachen Kapitän Thomas Hitzlsperger ließ er zunächst auf der Bank. Dafür rückte Ricardo Osorio nach seinem ausgeheilten Muskelfaserriss wieder in das Team. Pavel Pogrebnyak ersetzte im Sturm Ciprian Marica.

In der ersten Halbzeit begannen die Stuttgarter stark, attackierten früh, kombinierten und erarbeiteten sich schnell ein Übergewicht im Mittelfeld. Die Rangers, die ihre Heimspiele gegen Sevilla und Unirea Urziceni jeweils mit 1:4 verloren hatten, agierten defensiv. So kamen die Gäste folgerichtig zu Chancen. Schon in der siebten Minute prüfte VfB-Stürmer Cacau aus 16 Metern Rangers-Keeper Allan McGregor. Neun Minuten später dann vollendete Rudy nach einer tollen Kombination von Cacau und Alexander Hleb zur Führung.

Kurze Zeit darauf jubelten die Stuttgarter erneut: Doch das Freistoß-Tor durch Kuzmanovic wurde wegen Abseitsposition von Matthieu Delpierre zu recht abgepfiffen. Nach einer halben Stunde hatte noch einmal Cacau eine gute Schusschance. Danach passierte aber wieder das, was in den vergangenen Wochen immer wieder passierte: Durch individuelle Fehler machten die Stuttgarter ihren Gegner stark. Zweimal hatte Kris Boyd (33./36.) die Gelegenheit zum Ausgleich. Mit Glück rettete der Bundesligist seine Führung in die Pause.

Nach dem Wechsel hatten sich die Stuttgarter wieder gefangen. Sie knüpften an ihre Leistung aus der ersten halben Stunde an. Die spielerisch begrenzten Schotten fanden kein Rezept mehr. Kuzmanovics Kopfball zum 2:0 des VfB brach den Widerstand der Gastgeber. Der unglücklich spielende Pogrebnyak (61./78.) hätte später die Führung noch ausbauen können, scheiterte aber an Glasgows Schlussmann und dem Pfosten.

Durch den Sieg in Glasgow haben seine Spieler auf jeden Fall die Teilnahme an der Europa League sicher. Die Stuttgarter können zudem  am 9. Dezember mit einem Sieg gegen Unirea Urziceni noch den zweiten Platz in der Gruppe und das Achtelfinale erreichen. Die Rumänen setzten sich überraschend mit 1:0 gegen den bereits für die K.o.-Runde qualifizierten FC Sevilla durch und sind in der Gruppe G hinter den Spaniern (10 Punkte) mit acht Zählern Zweiter vor Stuttgart (6). Glasgow ist indes ganz ausgeschieden.

Die Ergebnisse der übrigen Dienstagsspiele:

Gruppe E:

VSC Debrecen - FC Liverpool 0:1 (0:1)

AC Florenz - Olympique Lyon 1:0 (1:0)

Gruppe F:

Rubin Kasan - Dynamo Kiew 0:0

FC Barcelona - Inter Mailand 2:0 (2:0)

Gruppe H:

FC Arsenal - Standard Lüttich 2:0 (2:0)

AZ Alkmaar - Olympiakos Piräus 0:0