Jürgen Klinsmann

Inzwischen auf großer Distanz zueinander: Uli Hoeneß und Jürgen Klinsmann

Vor drei Jahren war Jürgen Klinsmann Deutschlands Held, hatte er doch eine lange als aussichtslos geltende Mannschaft ins WM-Halbfinale geführt. Hohe Popularitätswerte verzeichnete er gerade auch in ehemals fußballfernen Milieus. Vielleicht war das der wichtigste Grund dafür, dass Bayern München ihn 2008 als Trainer engagierte.

Doch dort, wo Klinsmann schon vor gut einem Jahrzehnt als Spieler nicht hinpasste, war er auch in neuer Funktion zum Scheitern verurteilt. Die Bayern-Fans mögen ihn nicht – ihn, der sich erdreistete, Lehmann statt Kahn ins Tor zu stellen. Auch erwies sich Klinsmann als Novize, seine Elf spielte mal stark, mal bekam sie von Wolfsburg fünf Stück. Im April war Bayerns Timm-Thaler-Baron-Lefuet-Strategie, nicht nur einen Trainer, sondern auch ein Lachen zu kaufen, am Ende.

Klinsmanns Ruf ist nun fast auf das Niveau der Vor-WM-Zeit zurückgesunken. Man darf wieder über ihn herziehen – sei es der Stammtischbruder Waldemar Hartmann ("Klinsmann ist ein Daum ohne Drogen") oder Chefredakteure aus der Provinz.