Kraftakt in Innsbruck: Die deutschen Handballer lagen im EM-Vorrundenspiel gegen Slowenien zwischenzeitlich schon mit sieben Toren zurück, am Ende hieß es 34:34 (11:16). Durch den ersten Punkt kann sich die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) weiter Hoffnungen auf die angestrebte Hauptrunde machen. Im dritten Spiel trifft die deutsche Mannschaft am Freitag (18.15 Uhr) auf Schweden. Gegen den Gruppenletzten reicht dem Team von Bundestrainer Heiner Brand bereits ein weiteres Remis für den Einzug in die nächste Runde. Die erste Partie der Vorrundengruppe C hatte die deutsche Mannschaft gegen Polen mit 25:27 verloren.

"Es ist ein kleines Wunder, dass wir ein Unentschieden geschafft haben", sagte Brand nach dem Spiel gegen die Slowenen. Denn sein Team erwischte einen Fehlstart wie selten – ihm gelang nichts. Die Mannschaft um Spielmacher Kraus agierte nervös und fahrig, haarsträubende Fehler prägten das deutsche Spiel. Vor dem slowenischen Tor wurden selbst gut herausgespielte Chancen kläglich vergeben. Brand nahm schon nach neun Minuten beim Stand von 0:4 eine Auszeit, um seine Akteure zu mehr Konzentration zu ermahnen. "Es war schon teilweise schlimm, was wir gemacht haben", sagte Brand mit Blick auf die Anfangsphase.

Wie schon am Vortag gegen Polen besserte sich der Auftritt des WM-Fünften zunächst nicht. Holger Glandorf beendete mit seinem Treffer zum 1:4 (10. Minute) zwar die Torflaute, eine Initialzündung war das aber nicht – statt den Rückstand aufzuholen, verlor das DHB-Team immer weiter an Anschluss. Mit leichten Treffern gegen die ungewohnt löchrige deutsche Abwehr sowie Kontertoren zog Slowenien davon. Den 3:10-Rückstand (18.) registrierten die deutschen Fans mit versteinerten Mienen. Lediglich die Glanzparaden von Torhüter Johannes Bitter gaben Anlass zur Hoffnung, dass die Deutschen doch noch ins Spiel finden. Bis zur Halbzeitpause konnte die DHB-Auswahl jedoch lediglich auf 11:16 verkürzen.

Nach Wiederanpfiff verkürzte der Christoph Theuerkauf auf 13:17 (32.), sodass neue Hoffnung aufkeimte. Sogleich kehrte die lang vermisste Leidenschaft ins deutsche Team zurück. Angetrieben von wieder lautstarken Anhängern kam der amtierende EM-Vierte durch zwei Tore von Spielmacher Michael Haaß auf 24:26 (45.) heran. Theuerkauf, mit acht Treffern bester deutscher Schütze, war schließlich der Ausgleich zum 34:34 vorbehalten.

Um weiter im Turnier bestehen zu können, braucht es aber wohl eine deutliche Leistungssteigerung. "Wir haben wieder einmal zwei Gesichter gezeigt. Das war eine ganz, ganz schlechte erste Halbzeit. Aber wir haben wieder Moral gezeigt. Wir müssen ganz schnell dahin kommen, dass wir das 60 Minuten auf die Platte bekommen", sagte Abwehrchef Oliver Roggisch.