Frage: Herr Lange, Sie sind am Sonntag in Vancouver im Zweierbob zum vierten Mal Olympiasieger geworden, wie ist dieser Erfolg einzuordnen?

André Lange: Jeder Olympiasieg hat seine eigene Geschichte. 2002 waren wir unbeschwerte Neulinge und wollten die Welt erobern. Das haben wir geschafft. In Turin hatten wir schon viele Vorschusslorbeeren, die ihre Krönung mit dem Doppelsieg gefunden haben. Und der Sieg hier war umso schwerer, weil die Erwartungshaltung der Medienwelt so hoch war.

Frage: Sie haben mit Kevin Kuske Gold, Thomas Florschütz hat mit Richard Adjei Silber gewonnen - warum sind die deutschen Bobfahrer so überlegen?

Lange: Entscheidend war, dass Thomas Florschütz und ich Bobs von der FES haben, die sich einfach richtig lenken lassen. Die sind verdammt schnell und lassen sich trotz der Schnelligkeit dahin lenken, wohin wir wollen. Bei vielen Kollegen hingegen ist das eher ein Glücksspiel gewesen. Wir konnten mit unseren Bobs eine sehr saubere Fahrspur fahren, was den großen Zeitvorsprung vor den Konkurrenten erklärt.

Frage: Aber muss man nicht auch den Bob gut fahren können?

Lange: Wir sind in unsere Ausbildung ab einem gewissen Alter drangsaliert worden mit Bobfahren, Bobfahren, Bobfahren. Da sind gewisse Instinkte und Reaktionen geschult worden. Das hat man in den letzten zwei Tagen auf der Bahn gesehen.

Frage: Stimmt es, dass Sie zu Saisonbeginn auf der Bahn in Whistler gestürzt sind?