Maria Riesch ist die alpine Ski-Königin der Olympischen Winterspiele. Nach ihrem Sieg in der Super-Kombination war die Slalom-Weltmeisterin am 14. Wettkampftag auch in ihrer Spezial-Disziplin die Schnellste und holte ihr zweites Gold. Die 25-Jährige ist die erfolgreichste Alpin-Dame bei den Wettbewerben in Whistler Creekside. Ihre Ski-Freundin Lindsey Vonn holte sich Gold und Bronze. Im Slalom zum Abschluss schied die Amerikanerin aus.

Riesch bewies im Stangenwald von Whistler starke Nerven und ist nun die dritte alpine Doppel-Olympiasiegerin aus Deutschland nach Rosi Mittermaier 1976 und Katja Seizinger 1998. Die Hoffnungen ihrer Schwester Susanne, Vierte nach dem ersten Lauf, erfüllten sich nach einem Sturz im zweiten Durchgang nicht. Slalom-Silber ging an die Österreicherin Marlies Schild.

Dagegen begann für Bob-Pilot Andre Lange die Gold-Mission nicht optimal. Nach einem Beinahe-Sturz im zweiten Lauf war der viermalige Olympiasieger zur Halbzeit der Viererbob-Entscheidung nur Dritter.
Knapp an Edelmetall vorbei fuhr Selina Jörg als Vierte im Parallel-Riesenslalom der Snowboarderinnen. Die Biathlon-Herren verfehlten zum Abschluss in der 4 x 7,5 Kilometer-Staffel als Fünfte eine Medaille klar und blieben erstmals seit 1968 ohne olympisches Edelmetall.

Vor den letzten neun Entscheidungen gab Deutschland die Führung in der Länderwertung an Kanada ab. Die Gastgeber gewannen durch Charles Hamelin und die 5000-Meter-Staffel zweimal Shorttrack-Gold und setzten sich mit zehnmal Gold, siebenmal Silber und viermal Bronze an die Spitze vor dem deutschen Team (9/11/7) und den USA (8/13/13) durch.

Im Eishockey stehen sich im Endspiel Kanada und die USA gegenüber. Zuvor gewannen die Hausherren im Halbfinale 3:2 gegen die Slowakei, die Amerikaner hatten Finnland 6:1 besiegt. Im Curling-Finale der Frauen unterlag Kanada den Schwedinnen mit 6:7 nach Extra-End. Mit ihrem dritten Sieg in Vancouver über 1000 Meter stieg Chinas Shorttrackerin Wang Meng zur erfolgreichsten Athletin der Spiele neben der norwegischen Langläuferin Marit Björgen auf.

Das Daumendrücken von Magdalena Neuner und Co. für die Biathleten war vergebens. In dem von Norwegen vor Österreich und Russland gewonnenen Rennen brachte sich das deutsche Quartett durch Fehler am Schießstand um alle Chancen. Ein Blackout von Andreas Birnbacher, der gleich zweimal in die Strafrunde musste, kostete die deutsche Staffel eine bessere Platzierung. Als Schlussläufer der Norweger erkämpfte Ole Einar Björndalen sein insgesamt sechstes Olympia-Gold.

Vier Jahre nach Silber für Amelie Kober in Turin verpasste Selina Jörg eine Medaille für die deutschen Snowboarderinnen denkbar knapp. Im Rennen um Bronze musste sich die Allgäuerin der Österreicherin Marion Kreiner geschlagen geben. Anke Karstens wurde Fünfte, Kober erreichte Rang acht, Isabella Laböck belegte Platz 15. Olympia-Gold holte Nicolien Sauerbreij aus den Niederlanden.

Auf der Hochgeschwindigkeitsbahn von Whistler musste Rodler Lange als Dritter mit 44/100 Sekunden Rückstand um sein fünftes Olympia-Gold bangen. Steven Holcomb aus den USA lag zur Halbzeit eines von schweren Stürzen begleiteten Rennens vor dem Kanadier Lyndon Rush. Thomas Florschütz war nach zwei Läufen Fünfter.

Das deutsche Damen-Trio greift am Samstag nach einer Medaille in der olympischen Teamverfolgung der Eisschnellläufer. Anni Friesinger-Postma, Daniela Anschütz-Thoms und Stephanie Beckert schalteten im Vorlauf die Niederländerinnen aus und stehen im Halbfinale.