Er spielte 61 Mal für die Nationalmannschaft und war bei der WM 2006 und der EM 2008 Stammtorwart. Vor der WM 2006 hatte ihn der damalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann nach einem Zweikampf mit Oliver Kahn zum Stammtorwart erklärt. Im WM-Viertelfinale sicherte er dem deutschen Team mit seinen Paraden im Elfmeterschießen das Weiterkommen. Joachim Löw hatte Jens Lehmann nach dem EM-Finale jedoch nicht mehr für das Nationalteam nominiert und auch Spekulationen über ein Comeback des 40-Jährigen immer eine Absage erteilt.

"Das hat der Familienrat so entschieden", begründete Lehmann seinen Entschluss. "Ich werde am 8. Mai mein letztes Spiel bestreiten." Er werde auch kein Angebot aus dem Ausland mehr annehmen.

In der Bundesliga spielte der Torwart vor seinem Engagement in Stuttgart für den FC Schalke 04, mit dem er 1997 UEFA-Pokalsieger wurde, und Borussia Dortmund, mit der er 2002 die Deutsche Meisterschaft gewann. Sein Auslands-Engagement beim AC Mailand (1998) war nicht von Erfolg gekrönt.

Mit dem FC Arsenal, für den er fünf Jahre spielte, erreichte Lehmann 2006 das Champions-League-Endspiel gegen den FC Barcelona (1:2), in dem er allerdings nach nicht einmal 20 Minuten die rote Karte sah.

Lehmann, der in den vergangenen Jahren immer einer der besten und modernsten Tormänner Deutschlands war, agierte auf dem Platz oft jähzornig und unberechenbar. Mal warf er den Schuh eines Gegenspielers auf das Tordach, mal riss er seinem Mitspieler das Stirnband vom Kopf. Oft kritisierte er Feind oder Freund in der Öffentlichkeit und trat, schubste oder haute gegnerische Stürmer oder Balljungen. Während seiner Karriere wurde er bisher sieben Mal des Platzes verwiesen.

Am vergangenen Wochenende gewann Jens Lehmann, der in München wohnt und mit einem Hubschrauber häufig zum Training des VfB Stuttgart flog, erstmals gegen den FC Bayern. Bei der WM im Sommer wird er als Experte für den TV-Sender Sky arbeiten.