ZEIT ONLINE: Herr Rau, im Augenblick sitzen viele Menschen wegen der Aschewolke auf irgendwelchen Flughäfen fest. Sie sind ja als Profi-Fußballer auch viel rumgekommen. Sind sie selbst schon mal irgendwo gestrandet?

Tobias Rau: Nein, zum Glück nicht. Ich fand es früher schon immer nervig, wenn ich irgendwo meinen Anschlusszug verpasst habe.

ZEIT ONLINE: Profisportler sind Vielflieger. Wissen Sie noch, wie oft Sie etwa geflogen sind?

Rau: Genau weiß ich das nicht, aber es war sehr oft. Ich denke weit über einhundert Mal.

ZEIT ONLINE: Damals kannte man noch keine Aschewolken, gab es trotzdem Schrecksekunden?

Rau: Da waren mal ein paar Luftlöcher. Aber dass ich jetzt wirklich gedacht hätte, es könnte eng werden – das gab es eigentlich nie.

ZEIT ONLINE: Keine Flugangst?

Rau: Ich persönlich nicht. Ich mache mir da auch keine Gedanken. Es bringt sowieso nichts, verkrampft im Flugzeug zu sitzen. Wenn man abstürzt, hat man sowieso keine Chance. Ich kann im Flugzeug auch perfekt schlafen und wache erst bei der Landung wieder auf.

ZEIT ONLINE: Und die Kollegen?

Rau: Bei Bayern hatten wir schon einige Experten. Sammy Kuffour hat den halben Flug lang gebetet, dass auch alles gut läuft. Man macht sich dann ja nicht drüber lustig, aber es war schon interessant.

ZEIT ONLINE: Sie als Experte, wo sind die besten Plätze im Flugzeug?

Rau: Am Notausgang. Da hat man die meiste Beinfreiheit. Aber wenn das jetzt alle wissen, ist es natürlich schwierig, dort einen Platz zu kriegen.

ZEIT ONLINE: Fahren Sie ansonsten lieber Bahn oder Bus?

Rau: Ich fahre am liebsten Bus. Bahn fahren fand ich immer nervig. Da muss man erstmal zum Bahnhof, dann muss man sein Auto da irgendwo abstellen, dann muss man vielleicht noch umsteigen. Für mich war das immer mit sehr viel Stress verbunden.

ZEIT ONLINE: Lang lebe der Mannschaftsbus.

Rau: Ich fand Bus fahren einfach angenehm. Man steigt ein, spielt mit den Kollegen Karten, guckt sich auf dem Laptop ein paar Filme an oder schläft ein bisschen.

ZEIT ONLINE: Können Sie sich noch an Ihre längste Busfahrt erinnern?

Rau: Da sind wir, als ich in Bielefeld gespielt habe, nach München gefahren. Das waren so schätzungsweise sieben Stunden.