Die Mannschaft von Interimstrainer Ricardo Moniz verlor das Halbfinal-Rückspiel durch einen späten Doppelschlag von Simon Davis und Zoltan Gera in einer packenden Partie mit 1:2 (1:0). Das HSV-Tor hatte Mladen Petric vor 22.500 Zuschauern im ausverkauften Craven Cottage mit einem brillanten Freistoßtor aus rund 30 Metern erzielt.

Doch das reichte nicht für das Finale am 12. Mai und das erste Endspiel für den HSV seit dem Landesmeister-Triumph 1983. Während Rekordmeister FC Bayern München im Endspiel am 22. Mai in Madrid gegen Inter Mailand die Champions League gewinnen kann, verpasste es der HSV, der Bundesliga einen vierten Champions-League-Platz ab der Saison 2011/2012 vorzeitig zu bescheren. Schon vor einem Jahr war der HSV in der Vorschlussrunde gescheitert, damals gegen Werder Bremen.

Rund 72 Stunden Zeit hatte Interimscoach Moniz nach der Entlassung Labbadias am Montag, die Leidenschaft der zuletzt seelenlosen Mannschaft zu entfachen. Nichts war anfangs mehr vom 1:5-Offenbarungseid am Wochenende in Hoffenheim zu spüren. Hellwach, aggressiv und konzentriert ging der HSV in Fulham zu Werke.

Eine Schrecksekunde mussten die mitgereisten HSV-Fans aber gleich zu Beginn überstehen, als sich Bobby Zamora im Hamburger Strafraum
gekonnt in Szene setzte. Torwart Frank Rost reagierte aber glänzend. Verunsichern ließ sich der Bundesliga-Siebte durch die frühe erste Chance der Hausherren aber keineswegs.

Ruud van Nistelrooy und Petric hatten anfangs keine Torchancen. Doch dann schoss Petric aus rund dreißig Metern den Freistoß über die Mauer hinweg ins Tordreieck. Australiens Nationalkeeper Mark Schwarzer streckte sich vergeblich. Der Kroate rutschte nach seinem zehnten Tor im laufenden Wettbewerb auf Knien über den englischen Rasen, seine Mitspieler feierten die Führung, und die HSV- Fans skandierten bereits voller Euphorie: "Über London fahren wir nach Haus." Sieben Minuten vor der Pause wäre Jonathan Pitroipa fast das 2:0 gelungen, der Distanzschuss des Profis aus Burkina Faso verfehlte aber knapp den Kasten.

Fulham drängte nach dem Seitenwechsel auf den Ausgleich - bis zum Duell mit dem HSV hatten die Londoner noch kein Heimspiel in der Europa League in dieser Saison verloren. Trainer Roy Hodgson brachte US-Nationalspieler Clint Dempsey für Zamora. Doch den Ausgleich markierte ein anderer: Demel kam zu spät und Davis bugsierte den Ball am herausgeeilten Rost vorbei ins Netz. Zuvor hatte Jarolim den zweiten HSV-Treffer verpass (67.). Das Zittern begann - und endete fatal für die Hamburger: Pitroipa vergab eine weitere Chance (74.), und praktisch im Gegenzug verwandelte Gera das Stadion mit dem Siegtreffer für Fulham in ein Tollhaus. Van Nistelrooy verpasste schließlich Sekunden vor dem Ende den Ausgleich.

FC Fulham - Hamburger SV 2:1 (0:1)

FC Fulham: Schwarzer - Pantsil (75. Nevland), Hangeland, Hughes, Konchesky - Duff, Etuhu, Murphy, Davies - Gera - Zamora (58. Dempsey)

Hamburger SV: Rost - Demel, Boateng, Mathijsen, Aogo - Jarolim (90.+1 Rozehnal), Zé Roberto - Tesche (56. Rincón - 79. Guerrero), Pitroipa - Petric, van Nistelrooy

Schiedsrichter: Cakir (Türkei)

Zuschauer: 22.500 (ausverkauft)

Tore: 0:1 Petric (22.), 1:1 Davies (69.), 2:1 Gera (76.)

Gelbe Karten: Dempsey, Hangeland / Boateng, Rost

Beste Spieler: Gera, Murphy / Petric