85 Prozent aller Profivereine in Spanien seien mit ihren Gehaltszahlungen in Rückstand, beklagt die Spielergewerkschaft AFE. Besonders schlimm sei das Problem in den unteren Ligen. Wenn sich diese Situation in den nächsten Tagen nicht ändere und in den laufenden Verhandlungen mit den Vereinen und dem Fußball-Verband (RFEF) keine Einigung erzielt wird, will die Gewerkschaft Medienberichten zufolge für die Fußballprofis beim Arbeitsministerium einen Streikaufruf einreichen.

Für das Wochenende vom 16. bis 19. April wollen die Fußballer aller Profiligen den Plätzen fern bleiben, kündigte die Spielergewerkschaft am Montagabend in Madrid an. In der Primera División wären die Begegnungen des 33. Spieltages betroffen.

Allein in der dritten Liga schulden diverse Clubs den Profis spanischen Medienberichten zufolge rund vier Millionen Euro. Mehrere vom Bankrott bedrohte Vereine in den dritten und vierten Ligen zahlten ihren Spielern praktisch überhaupt keine Gehälter.

Ein Grund für die finanziellen Probleme vieler spanischer Klubs sind die Einnahmen aus der TV-Vermarktung. Anders als in Deutschland (zentrale TV-Vermarktung) handelt jeder Klub seinen eigenen Fernsehvertrag aus. Prominente Klubs wie Barcelona oder Real Madrid profitieren, die übrigen Vereine bleiben jedoch auf der Strecke. Espanyol Barcelona und Atlético Madrid stehen bereits kurz vor dem Ruin.

Seit diesem Jahr gibt es in Spanien und England keine Steuervergünstigungen für ausländische Stars mehr. Wie in Deutschland sind zwischen 40 und 50 Prozent des Bruttogehaltes an den Staat zu zahlen. Das vorangegangene, 2005 beschlossene Gesetz sah für Spieler, die mehr als 600.000 Euro Gehalt pro Jahr kassieren, eine Reduzierung der Steuern auf 24 Prozent vor. Es wurde "Lex Beckham" genannt, weil es rückwirkend ab dem 1. Juli 2003, dem ersten Arbeitstag von Englands Fußball-Star Beckham bei Real Madrid, galt. Wegen dieser Änderung des Steuergesetzes drohte der spanische Liga-Verband LFP bereits im vergangenen November mit einem Streik.