Der VfL Bochum hat sich von Trainer Heiko Herrlich getrennt. Damit reagierte der vom Abstieg bedrohte Bundesligist auf die anhaltende Talfahrt mit zuletzt zehn Spielen ohne Sieg. Ein Sprecher des Clubs bestätigte am Donnerstag einen entsprechenden Bericht des Fachmagazins Reviersport.

Demnach galten die sportlichen Fähigkeiten des Champions-League-Siegers Heiko Herrlich als unbestrittenen. Allerdings hätten "menschliche Defizite im Umgang mit Spielern und Mitarbeitern tiefe Gräben" gerissen, die nicht mehr zu kitten gewesen wären, schreibt das Blatt. Selbst loyale Mitarbeiter wie der Spieler Daniel Imhof würden vergrault.

Reviersport berichtet von einer weiteren Episode, die in der Mannschaft auf großes Missfallen stieß. So habe Coach Herrlich in der Kabine gesagt: "Wer nicht mit Schienbeinschonern zum Training kommt, braucht gar nicht trainieren." Danach sei der völlig frustrierte Joel Epalle in der Kabine geblieben und habe eine Übungseinheit im Kraftraum dem Mannschaftstraining vorgezogen. Prekär sei vor allen Dingen, dass zuletzt sämtliche Interna aus dem Kabinentrakt in die Öffentlichkeit drangen, was unterstreicht, wie zerrüttet das Verhältnis zwischen Mannschaft und Trainer war.

Der einstige DFB-Trainer Herrlich hatte in Bochum am 27. Oktober 2009 die Nachfolge von Marcel Koller angetreten. Statt Herrlich wird nun der ehemalige Profi und jetzige Bochumer A-Junioren-Coach Dariusz Wosz das Team auf die restlichen Saisonspiele beim FC Bayern München und gegen Hannover 96 vorbereiten.