Vor den Augen ihres größten Fans, Kronprinz Felipe, besiegten die Spanier am Mittwoch im Finale der Europa League in Hamburg HSV-Bezwinger FC Fulham mit 2:1 (1:1, 1:1). Mit seinen Toren in der 32. und 116. Minute besiegelte der Uruguayer vor 49.000 Zuschauern die Niederlage der Engländer.

Die Führung durch Forlan, der schon im Halbfinale gegen den FC Liverpool zwei Mal getroffen hatte, hatte Simon Davies (37.) für Fulham noch ausgleichen können. Während Fulham weiter auf den ersten Titel in der 131-jährigen Vereinsgeschichte warten muss, hat Atlético im Endspiel um den spanischen Fußball-Pokal gegen den FC Sevilla am 19. Mai eine weitere Chance.



Als Hamburgs Fußball-Idol Uwe Seeler vor Spielbeginn den Pokal ins Stadion trug, weckte dies bei vielen einheimischen Fans noch einmal die schmerzvolle Erinnerung an die vergebene Endspiel-Chance des HSV. Beim Finalduell der Außenseiter waren in der Hamburger Arena längst nicht alle Plätze besetzt, dennoch sorgten beide Fanlager für echte Finalstimmung. Auch das Spiel nahm nach zähem Beginn Fahrt auf und entwickelte sich zu einer rassigen Partie. Dabei zeigte Atlético lange Zeit die reifere Spielanlage, das Team von Roy Hodgson, der in dieser Woche in England zum Trainer des Jahres gekürt worden war, hielt mit Einsatz und Kraft dagegen.

Fulham, das auf dem Weg ins Endspiel auch den VfL Wolfsburg ausgeschaltet hatte, versuchte sein Spiel wie schon im Halbfinale aus einer stabilen Defensive aufzuziehen. Doch ein schwerer Fehler von Kapitän Danny Murphy hätte dieses Vorhaben beinahe schon früh durchkreuzt. Der von Sergio Aguero bediente Atletico-Torjäger Forlan konnte den Fauxpas des 33-Jährigen allerdings nicht nutzen und scheiterte in der 12. Minute am Außenpfosten. Wenig später prüfte Jose Antonio Reyes Fulhams australischen Keeper Mark Schwarzer mit einem Freistoß (16.).

Mit seinem fünften Tor im Wettbewerb sorgte Forlan dann doch für die verdiente Führung der Spanier. Nach einer Ballstaffette über Reyes und Simao kam der Ball zu Aguero, dessen Schussversuch Forlan aus stark abseitsverdächtiger Position über die Linie bugsierte. Doch die Freude der Spanier über das 1:0 währte nicht lange. Nur fünf Minuten später gelang Fulham der Ausgleich durch einen Volleyschuss von Davies, nachdem Abwehrspieler Paulo Assuncao eine Flanke von Zoltan Gera per Kopf unglücklich auf den Schützen verlängert hatte.

Im zweiten Durchgang legte Fulham seine Zurückhaltung ab. Auch ohne Zamora, der für Clint Dempsey Platz machen musste, erhöhten die Londoner den Druck und wurden spielbestimmend. In der 60. Minute verhinderte der 19-jährige Atlético-Keeper David de Gea einen weiteren Treffer von Davies. Wenig später flog ein Distanzschuss von Damien Duff knapp am Gehäuse der Spanier vorbei. Erst in der Schlussphase legte das Team von Quique Sanchez Flores noch mal einen Gang zu.

Atlético Madrid : de Gea - Ujfalusi, Perea, Álvaro Dominguez, Antonio López - Reyes (78. Salvio), Paulo Assunção, Raúl Garcia, Simão (68. Jurado) - Forlán, Agüero (119. Valera)

FC Fulham: Schwarzer - Baird, Hughes, Hangeland, Konchesky - Duff (84. Nevland), Etuhu, Murphy (118. Greening), Davies - Gera - Zamora (55. Dempsey)

Schiedsrichter: Rizzoli (Italien)

Zuschauer: 49.000

Tore: 1:0 Forlán (32.), 1:1 Davies (37.), 2:1 Forlán (116.)

Gelbe Karten: Forlán, Raúl Garcia, Salvio / Hangeland

Beste Spieler: Forlán, Ujfalusi / Davies, Schwarzer