Sektfontänen, Bierduschen und Freudentränen – beim feucht-fröhlichen Saisonfinale der Zweiten Fußball-Bundesliga standen nur die Randalierer aus Rostock im Abseits. In Kaiserslautern war am Sonntag der Teufel los, als FCK-Legende Horst Eckel Kapitän Martin Amedick die Meisterschale überreichte. "Jetzt lassen wir die Stadt brennen", sagte der strahlende FCK-Trainer Marco Kurz. Auf der Reeperbahn in Hamburg herrschte der Ausnahmezustand. Mit einer großen Party bejubelten Tausende Fans die Kiezkicker, die rechtzeitig zum 100-jährigen Vereinsjubiläum nach acht Jahren wieder erstklassig sind. "Wir feiern, bis der Arzt kommt", kündigte St. Paulis Sportchef Helmut Schulte eine lange Nacht an.

Am Bornheimer Hang feierten die erleichterten FSV-Fans das Happy End einer Zittersaison. Mit dem 1:1 gegen Absteiger TuS Koblenz sicherte sich Frankfurt den Klassenverbleib und schickte Hansa Rostock in die Verlängerung. Nach dem 1:3 bei Aufsteiger Fortuna Düsseldorf kämpft der Ostsee-Club in der Relegation am 14. und 17. Mai gegen den FC Ingolstadt gegen den ersten Abstieg der Vereinsgeschichte in die 3. Liga.

Nachsitzen muss auch der FC Augsburg. Der Tabellendritte aus Schwaben kann sich in den Relegationsspielen gegen den 1. FC Nürnberg am Donnerstag und Sonntag nachträglich erstmals für die Bundesliga qualifizieren. Beim 1:1 präsentierte sich selbst die zweite Garnitur von Trainer Jos Luhukay vor 50.300 Zuschauern in Erstligaform. Erst in der Nachspielzeit stellte FCK-Stürmer Erik Jendrisek eine ungetrübte Lauterer Meisterfeier sicher. "Das ist die Krönung des Wahnsinns", schwärmte Trainer Kurz nach einer "fantastischen Saison" der Pfälzer.

Als der FC St. Pauli endgültig den Aufstieg unter Dach und Fach hatte, wurde das Millerntor trotz der 1:2-Heimpleite gegen den SC Paderborn zum Tollhaus. 500 Meter weiter auf dem Spielbudenplatz fieberten einige 10.000 Fans dem Auftritt des Teams entgegen. "Heute abend werden wir richtig die Sau rauslassen", jubelte Trainer Holger Stanislawski. Torjäger Markus Ebbers, der in der Torschützenliste mit 20 Treffern Platz zwei hinter dem Augsburger Michael Thurk (23) belegte, und seine Kollegen ging die Party am Montag weiter. Auf dem Feierprogramm stand ein Kurzurlaub am Ballermann auf Mallorca.

Energie Cottbus (4:1 gegen Absteiger Ahlen) und Arminia Bielefeld (2:1 gegen Oberhausen) feierten nach einer enttäuschenden Saison ein versöhnliches Ende. Mit einem Missklang endete in Aachen die Saison. Gleich nach dem 1:1 gegen Duisburg trennte sich die Alemannia von Trainer Michael Krüger. "Sportdirektor Erik Meijer und ich sind übereingekommen, dass zum anstehenden Neuanfang auch ein neues Gesicht auf dem Trainerstuhl gehört", sagte Krüger, der im vergangenen September Jürgen Seeberger abgelöst hatte.

Der TSV 1860 München stimmte sich beim 2:0 gegen Union Berlin auf die Feierlichkeiten zum 150. Vereinsjubiläum ein. Mit einem 1:1-Unentschieden verabschiedeten sich der Karlsruher SC und die SpVgg Greuther Fürth in den Urlaub.

Einige 100 Chaoten aus Rostock feierten beim Saisonausklang nicht mit. Bei Ausschreitungen Samstagnacht in der Düsseldorfer Altstadt wurden 14 Polizisten verletzt und 159 Personen festgenommen. Hansa-Fans hatten Anhänger der Fortuna mit Leuchtraketen beschossen. Auch am Sonntag hatten die Hansa-Chaoten noch nicht genug. Sie brannten in ihrem Block in der Esprit-Arena Feuerwerkskörper ab. Die Partie wurde nach 20 Minuten Unterbrechung aber fortgesetzt. Nach weiteren
Randalen im Hansa-Block kurz vor Spielende stand das Spiel vor dem Abbruch.

"Dafür muss man sich schämen. Ich bin total erschüttert. Mit sowas macht man den Fußball kaputt", stellte Hansa-Manager René Rydlewicz tief enttäuscht fest. "Das tut mir leid für den deutschen Fußball", erklärte Trainer Marco Kostmann. Den Randalierern drohen harte Strafen seitens des Clubs.