Zehn Tage nach dem Aufstieg in die Fußball-Bundesliga verkündete der 57 Jahre alte Hamburger Theaterchef und Präsident des FC St. Pauli seinen Rückzug beim neuen Erstligisten.

"Zu diesem Schritt hat mir keiner geraten, geschweige denn hat mich einer dazu gedrängt. Ich habe diese Entscheidung ganz alleine getroffen", sagte Littmann, der mit dem Bundesliga-Aufstieg seine Mission erfüllt sieht. "Endgültig klar war diese Entscheidung für mich mit dem Schlusspfiff in Fürth. Da war es definitiv: Wir haben den Aufstieg in die Bundesliga geschafft. Und das war der Moment, an dem nicht nur ich gedacht habe: mehr geht nicht!"

Littmann blickt auf eine stolze Bilanz seiner Amtszeit zurück. "100 Jahre FC St. Pauli, die neue Haupttribüne fertig zur neuen Saison, wirtschaftlich mehr als gesundet und dann noch der Aufstieg in die 1. Bundesliga – mehr auf einmal geht nicht!", sagte er in einer persönlichen Erklärung. "Das war immer mein Traum, so wollte ich das Schiff dem nächsten Kapitän übergeben. Auf dem Höhepunkt."

Wie der Verein mitteilt , bleibt der bisherige Clubchef dem FC St. Pauli jedoch als Geschäftsführer der Service GmbH sowie " als Freund & Fan" erhalten . "Ich gehe nur als Präsident, ich stehle mich nicht klammheimlich davon", sagte Littmann selbst dazu, der bis November 2011 als Präsident gewählt worden war.

Das Präsidenten-Amt hatte er im Dezember 2002 übernommen – als erster bekennender Schwuler an der Spitze eines deutschen Vereins. Angesichts der Tabuisierung von Homosexualität im Fußball wurde die Wahl Littmanns in der Öffentlichkeit aufmerksam verfolgt und gilt als weitere Besonderheit des populären Kiez-Clubs mit der Totenkopf-Flagge.