7. Oktober 2000, WM-Qualifikation: 1:0

Vor Abriss und Neubau wollten die Engländer sich anständig von ihrem alten Wembley-Stadion verabschieden. Doch ausgerechnet – und in diesem Fall ist der sportjournalistisch inflationär gebrauchte Ausdruck berechtigt – also, ausgerechnet Dietmar Hamann, der Spieler des FC Liverpool versetzt dem englischen Nationalstolz mit seinem Freistoß aus gut 30 Metern einen Schlag. "Das hat ihnen weh getan", sagte Hamann einige Jahre später. Auf dem nassen Boden titscht der Ball vor Englands Schussmann David Seaman auf und springt ins Tor. Wenige Tage später rollen die ersten Bagger an und beginnen mit dem Abriss des alten Wembley-Stadions.

Der Weg zur neuen Arena führt über eine Brücke und diese soll einen wohlklingenden Namen erhalten. Das zuständige Architekturbüro sammelt über das Internet Namensvorschläge, der mit den meisten Stimmen soll gewinnen. Deutsche Fanforen rufen auf, für die "Didi-Hamann-Bridge" zu votieren. Zehntausende deutscher Mails erreichen England, doch die Jury ignoriert das basisdemokratische Vorgehen und nimmt Hamann erst gar nicht in ihre Kandidatenliste auf. Ein Deutscher, das wäre ja noch schöner.