Es gibt Fußballexperten, die sagen, solange jemand wie Arne Friedrich in der Nationalmannschaft spielt, kann das deutsche Team keine Spitzenmannschaft sein. Nun ist das mit sogenannten Fußballexperten sowieso so eine Sache. Joachim Löw, immerhin Fußball-Chefexperte des Deutschen Fußballbundes, hat sich für Friedrich entschieden. Der 31-Jährige Berliner soll als Stammspieler in die WM starten und in der Innenverteidigung neben Per Mertesacker so gut spielen wie zuletzt in der Testpartie gegen Bosnien-Herzegowina.

Scheiß Image, würden Markenentwickler den Unterschied zwischen der Wertschätzung des Bundestrainers und der öffentlichen Wahrnehmung von Friedrichs Leistungen nennen. Er sagt dazu: "Daran hab ich mich gewöhnt."

Im Mannschaftshotel bewegt sich Friedrich derzeit mit der Gelassenheit des Drittältesten. 72 Länderspiele hat er in acht Jahren bestritten, viele davon auf der weniger gemochten Position des Außenverteidigers. Friedrich sagt, es sei doch Alltag, dass er von Journalisten und weiteren Experten nicht hoch gehandelt werde. Dabei schaut er in die Runde als wisse er genau, zu was ein Arne Friedrich noch fähig ist.

Dieser Arne Friedrich hat mit Hertha BSC eine Saison gespielt, welche nur wenige Fußballer anderen wünschen. Zweitklassig wird er mit der Hertha in der kommenden Saison nicht spielen, aber einen neuen Arbeitgeber hat Friedrich noch nicht gefunden. Bis vor einigen Tagen war er als Ergänzungsspieler für diese WM eingeplant, jetzt sitzt er da und spricht vom Selbstvertrauen, welches er als Führungsspieler habe. "Per", sagt er gleich zweimal, "ist nicht mein Chef".

Es sei doch wichtig, dass beide zentralen Abwehrspieler den Ton angeben, bestätigt Mertesacker seinen Kollegen. Der 25-Jährige Bremer offenbarte im letzten Testspiel zwar einige Fehler im Stellungsspiel, gilt aber als der beste Deutsche in der Innenverteidigung.