Da haben sie sich extra diese nette Werbekampagne ausgedacht. Ein überlebensgroßer Tony Parker hüpft mit einem Basketball in der Hand über die Bosporus-Brücke zu Istanbul, die nicht weniger riesigen Kobe Bryant und Pau Gasol dribbeln vor der Hagia Sophia um die Wette.

"Giant get together" hieß die Kampagne, und genau das sollte die Basketball-WM in der Türkei auch werden. Die Größten ihres Sports sollten zusammenkommen, so die Botschaft. So hofften es auch die hauptsächlich europäischen Fans, die sich mit WM-Tickets eingedeckt haben. Spieler dieser Klasse bekommt man in hiesigen Basketball-Breiten nur selten live zu sehen.

Wenn die Spiele aber am Samstag beginnen, werden weder US-Star Kobe Bryant, noch der spanische Riese Pau Gasol oder Frankreichs bester Basketballer Tony Parker dabei sein. Auch die deutschen NBA-Stars Dirk Nowitzki und Chris Kaman werden fehlen, ebenso LeBron James, Dwyane Wade und Dwight Howard.

Stell dir vor es ist Weltmeisterschaft – und keiner geht hin. Dass die besten der Welt in der Türkei nicht mit dabei sein werden liegt an ihrem Engagement in der NBA. Der größten, stärksten und spektakulärsten Basketball-Liga der Welt.

Eine NBA-Saison ist lang. 82 Spiele stehen allein in der regulären Saison auf dem Plan, kann sich ein Team durch die Play-Offs bis in die Finals vorspielen, kommen noch einmal bis zu 28 Partien hinzu. Oft fliegen die Teams nachts nach einem Spiel durch die USA, kommen mitten in der Nacht in einer anderen Zeitzone an, um einen Tag später erneut auf dem Parkett zu stehen. Eine Dauerbelastung, die auch die kernigsten Modellathleten nicht so einfach wegstecken.

Kobe Bryant, bester Spieler der vergangenen Finalserie, schleppte monatelang einen schmerzenden Zeigefinger und Knieprobleme mit sich herum, er nutzt die Sommerpause zur Operation. Und auch Pau Gasol, der sich mit Dirk Nowitzki um den inoffiziellen Titel des besten europäischen Basketballers streitet, lässt die Weltmeisterschaft auf ärztlichen Rat hin sausen.

Es gibt aber auch Spieler, die schlicht keine Lust zu haben scheinen. "Ich hätte gerne die Möglichkeit und die Zeit für mein Land zu spielen, aber ich werde im Sommer sehr beschäftigt sein", sagte der derzeit wohl beste Basketballer der Welt, LeBron James. Er plante ursprünglich, eine Basketball-Komödie zu drehen. Die meiste Zeit der bisherigen Sommerpause verbrachte James aber damit, einen besseren Vertrag bei seinem neuen Club auszuhandeln.