FC St. Pauli

Was ist neu?

Beim FC St. Pauli investierten sie zuletzt mehr in Steine statt in Beine. Das charmant-marode Millerntor wird Stück für Stück modernisiert. Nach der Südtribüne soll zum Heimspiel-Auftakt gegen Hoffenheim auch die neue Haupttribüne fertig sein. Zwölf Millionen Euro wurden dafür veranschlagt, es soll Business-Seats und ein Kinderparadies geben. Wenn er will, kann dort während der Heimspiele auch Gerald Asamoah künftig seine drei Kinder unterbringen. Der ehemalige Nationalspieler bringt neben seinen Kleinen zudem die Erfahrung von 279 Bundesliga-Spielen mit nach Hamburg und was viel wichtiger ist: seine Qualitäten als Publikumsliebling. Auch Moritz Volz ist neu, der mit 16 Jahren sein Glück in der englischen Premier League suchte, es aber nicht so recht fand. Dafür backt er an Spieltagen gerne Kuchen und kommt auch mal mit dem Klapprad zum Stadion.

Was ist gut?

Der Trainer Holger Stanislawski wird auch eine Liga höher auf Offensive setzen. Eine Spielweise, die den Klub, der sich schon längst zu einer Art Modeaccessoire entwickelt hat, auch sportliche Sympathien einbringen wird. Zudem wird das Umfeld wohl nicht in Hysterie verfallen, sollte sich der Verein von Anfang an auf den unteren Tabellenplätzen einsortieren.

Was ist nicht so gut?

Bei aller Euphorie und (der gut vermarktbaren) Durchgeknalltheit: Auf dem Papier handelt es sich beim FC St. Pauli um die schwächste Mannschaft der Liga. Das Erstrunden-Aus im DFB-Pokal in Chemnitz bestätigt den Eindruck.

Was ist möglich?

Mehr als der Klassenverbleib natürlich nicht. Allerdings ist die Mannschaft eingespielt, der Aufstieg hat das Team zusammengeschweißt. Klar, am Millerntor werden einige Mannschaften stolpern, der Verbleib in der ersten Liga wird aber nur möglich sein, wenn der FC St. Pauli auch auswärts ein paar Punkte gewinnt.