Bayer 04 Leverkusen

Was ist neu?

Vor allem einer: Michael Ballack. Dessen Rückkehr war der Bundesliga-Transfercoup des Sommers, nicht zuletzt wegen der leidlichen Capitano-Diskussion, die ungewohnte Unruhe ins beschauliche Leverkusen brachte. Ballack kann nun vor den Augen der versammelten Fußball-Nation zu bersten Sendezeit verlorenes Terrain zurückerobern, Woche für Woche. Auf die Duelle mit Philipp Lahm freut er sich bestimmt besonders.

Was ist gut?

Vieles, wenn nicht alles. Man kann noch so genau auf die Startaufstellung von Bayer schauen, ein echter Schwachpunkt ist nirgendwo auszumachen. Das können sonst nur die großen Bayern von sich behaupten. Einzig Toni Kroos, den Uli Hoeneß wieder nach München zurückpiff, wird vermisst. Er kann aber durch den wiedergenesenen Renato Augusto ersetzt werden, auch Patrick Helmes und Simon Rolfes sind wieder gesund. Und Mannschaftsopa Sami Hyypiä bekommt in Michael Ballack endlich einen zweiten Patron neben sich, der die spielwütige Jugend auch mal gehörig zurückpfeifen kannwenn es denn nötig wird.

Was ist nicht so gut?

Michael Ballack bringt nicht nur die Erfahrung von 98 Länderspielen mit nach Leverkusen, sondern auch Boulevard-Geschichten, einen profilsüchtigen Berater und einen extrem aufrechten Gang. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein großes Ego eine Mannschaft an der bestmöglichen Ausübung ihres Sports hindert. Vor allem wenn es sich um eine Ansammlung sensibler Künstlerseelen wie in Leverkusen handelt.

Was ist möglich?

Die Herbstmeisterschaft ist bei den Leverkusenern fest eingeplant, so gilt es nur noch den alljährlichen Rückrunden-Absturz zu vermeiden. Gelingt dies, ist Bayer alles zuzutrauen. Zumindest so viel, wie einem Club, der sich das Wörtchen "Vizekusen" hat patentieren lassen und der als prominentesten Neuzugang den Inbegriff des ewigen Zweiten präsentiert hat.