Kontinuität – so lautete das Motto der Generalversammlung der Deutschen Fußball Liga (DFL) in Berlin. Zum einen wurde Borussia Dortmunds Vereinspräsident Reinhard Rauball als Präsident des Ligaverbands bestätigt. Zum anderen hält die DFL an ihrem wichtigsten Partner, dem Bezahlsender Sky fest. Trotz dessen enormen Finanzproblemen sieht sich die Liga zukunftssicher aufgestellt.

"Wir wollen den professionellen Fußball noch stabiler, noch berechenbarer machen", sagte Rauball, der nach dem Rückzug von Bayern-Boss Uli Hoeneß von den Delegierten der 36 Erst- und Zweitligisten einstimmig gewählt wurde. "Ich kann Ihnen versprechen, dass ich meine Arbeit so machen werde, wie ich das bisher auch gemacht habe. Ich freue mich über das enorme Votum."

In seiner Rede ging Rauball auch auf die Krise bei Sky ein und wies alle Spekulationen um einen eigenen Liga-Kanal zurück. Ein solches Modell hatte Wolfsburgs Geschäftsführer Thomas Röttgermann ins Gespräch gebracht. Der 63-jährige alte und neue DFL-Präsident entgegnete nun: "Ein eigener Sender zur Verwertung der Live-Rechte ist derzeit nicht in Planung." Auch DFL-Geschäftsführer Christian Seifert hatte derartige Vorschläge in puncto Fernsehvermarktung abgeschmettert: "Wir planen keinen eigenen Sender und müssen auch keinen planen und werden auch keinen planen, wenn es keine Umstände gibt, die das erforderlich machen."

Der Pay-TV-Sender Sky, der die Rechte an der Fußball-Bundesliga hält, hatte zuletzt bereits die siebte Kapitalerhöhung angekündigt. Die Verträge mit der DFL laufen noch bis 2013. "Es gibt für uns überhaupt keinen Grund, laufende Verträge infrage zu stellen", sagte Seifert. Nach früheren Aussagen müsste Sky, um profitabel zu werden, zwischen 2,8 und 3 Millionen Abonnenten zählen. Derzeit sind es 2,47 Millionen.

Statt Unsicherheiten präsentierte die DFL-Spitze Rekordzahlen. "Die Liga war nie besser aufgestellt", sagte Franz Beckenbauer, der als "Ehrenangehöriger" der Liga ausgezeichnet wurde. Laut Geschäftsbericht verzeichnen die beiden Bundesligen zum fünften Mal nacheinander Rekorderlöse. "Die Liga ist auf einem glänzenden Weg", bescheinigte auch DFB-Präsident Theo Zwanziger.

Im Spieljahr 2008/09 hat der deutsche Lizenzfußball erstmals mehr als zwei Milliarden Euro umgesetzt. Die 36 Proficlubs erwirtschafteten 2,036 Milliarden Euro und damit 5,3 Prozent mehr als in der Spielzeit 2007/08. Die Ausgaben betrugen 2008/09 2,025 Milliarden Euro, das ist eine Steigerung von 6,0 Prozent gegenüber der vorherigen Saison. Zuletzt strömten erstmals durchschnittlich mehr als 42.000 Zuschauer in die Erstliga-Stadien. Mehr als 110.000 Jobs gibt es mittlerweile rund um den bezahlten Fußball.