Auf den ehemaligen Radrennfahrer Jan Ullrich kommt möglicherweise ein neues Strafverfahren zu. Am Freitag hatte das Hamburger Landgericht eine Klage Ullrichs gegen den Heidelberger Dopingexperten Werner Franke abgewiesen . Die Richter hatten festgestellt, dass Franke berechtigterweise Anschuldigungen erhoben hatte, Ullrich habe zu Dopingzwecken 35.000 Euro an den spanischen Dopingarzt Eufemiano Fuentes gezahlt. Dies hatte Ullrich eidesstattlich abgestritten und Franke auf Unterlassung verklagt.

Frankes Anwalt Michael Lehner legte nun Beschwerde ein gegen die im Juli durch die Hamburger Staatsanwaltschaft angeordnete Einstellung eines Strafverfahrens gegen Ullrich wegen falscher eidesstattlicher Versicherung und versuchten Betruges. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft bestätigte, dass seine Behörde diese Beschwerde prüfe. "Die Staatsanwaltschaft prüft dann, ob ihr stattgegeben werden wird.

Es besteht für die Beschwerde aber kein Zusammenhang mit dem Urteil von diesem Freitag", sagte der Sprecher der Nachrichtenagentur dpa. Franke hatte nach der Abweisung der Klage gegen ihn erklärt: "Nun kann doch nur logisch folgen, dass strafrechtliche Ermittlungen wegen falscher Versicherung an Eides statt eingeleitet werden."

Unmittelbar vor Bekanntwerden des Urteils am Freitag hatte Ullrich erklärt, er leide am Burn-Out-Syndrom . Das würde "eine längere Behandlung" erfordern, schrieb der im Februar 2007 zurückgetretene Radprofi auf seiner Homepage . 2006 war der Sportler wegen Dopingverdachts von seinem Team T-Mobile suspendiert worden. Es folgten zahlreiche juristische Auseinandersetzungen . Ullrich will sich bis zu seiner Genesung völlig aus der Öffentlichkeit zurückziehen.