Hitzlsperger: Ich hab nicht gezählt, aber viele sind es noch nicht. Ich habe mich in der neuen Wohnung in London noch nicht komplett eingerichtet. Fragen Sie in ein paar Wochen noch mal.

ZEIT ONLINE: Und wie viele davon sind E-Books?

Hitzlsperger: Ich habe kein E-Book, aber mir zwei Bücher aufs Ipad runtergeladen und mal angefangen zu lesen. Meine Ipad-Bücher sind etwas schwere Kost, Bücher, die man angeblich gelesen haben muss. Die lese ich nur, wenn ich kein gebundenes Buch dabei habe. Aber die werden ja nicht alt.

ZEIT ONLINE: Würden Sie gut weiterleben, wenn Sie ab der nächsten Woche nur noch elektronische Bücher lesen könnten?

Hitzlsperger: Wahrscheinlich ja, aber solange ich die Wahl habe, ziehe ich das gebundene dem elektronischen Buch vor. Ich bekomme meine Bücher oft geschenkt, bis ich all die Geschenke gelesen habe, gibt es das Ipad in dieser Form wohl gar nicht mehr.

ZEIT ONLINE: Wie viele Bücher über oder von Fußballern haben Sie gelesen?

Hitzlsperger: Ich habe ungefähr ein Dutzend gelesen. Nicht alle waren lesenswert, aber ein paar gute waren schon dabei.

ZEIT ONLINE: Denken Sie auch, solche Bücher braucht die Welt nicht. Oder sitzen Sie schon an Ihrem eigenen?

Hitzlsperger: Auf mich kamen schon Leute zu, die über mich ein Buch schreiben wollten. Aber das braucht es wirklich nicht. Bei der Biografie über Robert Enke, die jetzt erschienen ist, ist das etwas anderes. Da geht es nicht nur um Fußball, sondern über eine Krankheit, von der viele Menschen betroffen sind. Aber wenn andere Fußballer Mitte zwanzig ein Buch über sich schreiben lassen, stelle ich mir schon die Frage: Was wollen Sie den Menschen mitteilen? Wozu sollte ich ein Buch auf den Markt schmeißen, wenn ich nichts Außergewöhnliches erlebt habe? Bitte erinnern Sie mich an diese Worte, wenn ich irgendwann einmal anfange, mein Buch zu schreiben.

ZEIT ONLINE: Das Buch von Ronald Reng über Robert Enke steht auf Ihrer Empfehlungsliste?

Hitzlsperger: Ja, ich werde es noch diese Woche bekommen und lesen. Die Kritiken, die ich gelesen habe, waren sehr gut.

ZEIT ONLINE: Wir würden es gern auf ZEIT ONLINE besprechen lassen?

Hitzlsperger: Ich bin befangen, kannte Robert und kenne Ronald Reng. Aber ich glaube, das könnte ich machen. Im nächsten Kolumneninterview bespreche ich das Buch.

ZEIT ONLINE: Anlässlich der Büchermesse: Welche drei Bücher wollen Sie am liebsten und wieso für unsere Leser empfehlen?

Hitzlsperger: Die Enden der Welt, von Roger Willemsen. Die Art und Weise, wie er Orte, Menschen und Situationen beschreiben kann, ist unglaublich, Lesen! 2666, von Roberto Bolano. Habe ich vergangenes Jahr gelesen und hat mich begeistert, obwohl ich selten Romane lese. Und dann würde ich die Biografie über Robert Enke empfehlen, damit sie verstehen, worüber wir beim nächsten Mal sprechen.

Die Fragen stellte Steffen Dobbert.